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EINREISEVERBOT

Bosnier zählen zur größten Flüchtlingsgruppe in Amerika

Bosnische Flüchtlinge 1993 bei ihrer Ankunft in New York am JFK Flughafen. Damals herrschte ein anderes politisches Klima – nun fordern die USA ein Einreiseverbot für Muslime. (Foto: america.aljazeera.com/ Leslie Kirkby)

Derzeit liegen die Vereinten Staaten bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien unter ihrem Plan. Die UN fordert nun den amerikanischen Präsidenten auf, die Tradition seines Landes bei der Aufnahme von Flüchtlingen und Migranten fortzuführen. 

Die meisten Flüchtlinge in den USA kommen nicht aus Afghanistan, Irak oder Ruanda. Die dritt größte Gruppe der Flüchtlinge kommt aus Bosnien-Herzegowina. Während der Kriegsjahre, 1992 bis 1995, flüchteten insgesamt 169.000 Bosnier nach Amerika, um dort Schutz und Sicherheit zu suchen. Derzeit haben die USA 1700 Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen. Ihr Plan war bis September 2016 bis zu 10.000 Kriegsflüchtlinge einreisen zu lassen, dieser wurde jedoch nicht umgesetzt. Stattdessen ist die Rede von einem US-Einreiseverbot von Muslimen.

Dass das Land der Freiheit früher großzügig Flüchtlinge aufgenommen hat, zeigt das Beispiel der Kriegsflüchtlinge aus Bosnien-Herzegowina. Die amerikanische Stadt St.Louis wurde zur Hochburg für bosnische Flüchtlinge. Heute leben 70.000 Menschen in der Stadt mit Wurzeln vom Balkan. Diese wurden zum wichtigen Bestandteil von St.Louis, nun müssen auch sie die scharfe Regierung Donald Trumps fürchten. Das Einreiseverbot für Muslime in die USA stößt auf heftigen Widerstand, auch in St. Louis.

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Ohne Sprachkenntnisse und ganz alleine in einem fremden Land: Omer Amanzada kennt die Situation vieler Flüchtlinge aus persönlicher Erfahrung. Als Teenager hat er sich aus Afghanistan nach Österreich begeben. Heute ist er sprachlich und beruflich integriert.

 

Dort demonstrieren viele Einwohner gegen das Verbot, das über Muslime verhängt wurde. Insbesondere Menschen die in den 90er Jahren als Flüchtlinge an Flughäfen in Amerika landeten.  Bosnier werden in Amerika als „unsichtbare Muslime“ wahrgenommen werden, da sie europäisch und weiß seien. Dennoch haben sie mit islamophoben Übergriffen zu kämpfen, wie „BBC“ berichtet.

Die Integration der bosnischen Muslime in Amerika verlief fast reibungslos, da sie zu einem günstigen Zeitpunkt angekommen sind. Denn damals hätten sie Lücken am Arbeitsmarkt geschlossen. Auch der Immobilienmarkt war sehr günstig, weshalb viele Wohnungen und Häuser aufgekauft haben. Sie verhalfen St.Louis zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Viele bosnische Flüchtlinge, die sich in anderen amerikanischen Städten niedergelassen haben, zog es nach St.Louis, wegen der Gemeinschaft und Jobmöglichkeiten.

Nun sei das politische Klima anders und die bosnischen Bürger von St.Louis bemühen sich, um die jetzigen Flüchtlinge zu unterstützen. Durch den Einsatz an Freiwilligen und Hilfsorganisationen versucht man den Neuankömmlingen den Start in Amerika zu erleichtern. Donald Trumps Aufstieg könnte womögliche eine Chance für Amerikaner mit bosnischen Wurzeln, um aktiv zu werden und sich an politischen Debatten zu beteiligen.