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MUTTERSPRACHE

Bosnisch & Kroatisch existiert nicht: Serbien ändert Lehrbücher

(FOTOS: iStockphoto, zVg.)

Achtklässler in Serbien werden im Fach ‘Muttersprache’ nach einem Lehrbuch unterrichtet, in welchem steht, dass Bosnisch, Kroatisch und Montenegrinisch nicht existieren. Das soll nun geändert werden.

Die südslawischen Sprachen seien Serbisch, Mazedonisch, Slowenisch und Bulgarisch, während Bosnisch, Kroatisch und Montenegrinisch nicht existieren, sondern von der serbischen Sprache abgeleitet sind. Das besagt das von serbischen Schulen verwendete Lehrbuch “Von Worten zu Taten”. (KOSMO berichtete)

Als der Bürgerschutz auf den Schutz der Rechte und Freiheiten nationaler Minderheiten in Serbien reagierte, forderte das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und technologische Entwicklung den Herausgeber serbischsprachiger Lehrbücher für die achte Klasse der Grundschule auf, den umstrittenen Teil über die Namen der südslawischen Sprachen zu ändern.

Da eine solche Definition die Existenz nationaler Minderheitensprachen leugnet, was der von Serbien ratifizierten Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen widerspricht, zumal Kroatisch und Bosnisch im offiziellen Amtsgebrauch in Serbien verwendet werden, forderten das Ministerium auf, das Lehrbuch bis zum Beginn des nächsten Schuljahres aus dem Verkehr zu ziehen, berichtet FoNet.

In einer Mitteilung erklärt das Bildungsministerium, dass das Institut für Bildungsförderung Richtlinien an die Herausgeber dieser Lehrbücher gesendet hat, um einen Teil des Inhalt für die achte Klasse zu ändern. Es wird ferner angegeben, dass das Institut den Herausgebern bis zum 15. Mai dieses Jahres Zeit gegeben hat, die Empfehlungen umzusetzen.

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