Ein Brand, 41 Tote, Hunderte Verletzte – und nun folgt die juristische Aufarbeitung mit einer Forderung in Millionenhöhe.
Eine 26-jährige Französin, die bei dem verheerenden Brand in der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana schwer verletzt wurde, hat vor einem Pariser Gericht eine Entschädigungsforderung in Höhe von 8,2 Millionen Euro geltend gemacht. „Zwei Millionen Euro wollen wir als Anzahlung für dringende Kosten, den Rest für das restliche Leben meiner Klientin“, sagt der Walliser Anwalt Sébastien Fanti in einem Interview mit der „Neuen Zürcher Zeitung“ vom Donnerstag.
Bei der genannten Summe handle es sich um eine vorläufige Kalkulation eines Sachverständigen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Verletzung der körperlichen Integrität der Betroffenen sowie ihr dauerhafter Berufsausfall. Die junge Frau werde zeitlebens auf Pflege angewiesen sein.
Brandursache geklärt
In der Silvesternacht kamen in Crans-Montana 41 Menschen ums Leben, als im Untergeschoss der Bar „Le Constellation“ ein Feuer ausbrach. 115 weitere Personen wurden verletzt, ein Großteil davon mit schwersten Verbrennungen. Den Erkenntnissen der Ermittler zufolge dürften an Flaschen befestigte Feuerwerksfontänen den Brand ausgelöst haben, die zu nah an die mit Schaum verkleidete Decke gehalten worden waren.
Haftung & Strafanzeige
Dass Frankreich die geforderte Summe an seine Staatsbürgerin auszahlen wird, hält Fanti für wahrscheinlich. „Frankreich wird die Gemeinde und den Kanton Wallis in Haftung nehmen, da bin ich mir sicher.“ Nach eigenen Angaben vertritt der Anwalt insgesamt 26 Opfer sowie deren Angehörige.
Die Walliser Staatsanwaltschaft bestätigte am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA den Eingang einer Strafanzeige, die die Tatbestände der fahrlässigen Brandstiftung, der fahrlässigen schweren Körperverletzung sowie Verstöße gegen baurechtliche Vorschriften umfasst. Seinen Schritt vor das Pariser Gericht hatte Fanti bereits am Montag öffentlich gemacht – die konkrete Höhe der Forderung nannte er dabei jedoch noch nicht.