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Verkehrssicherheit

Brüssel greift durch: Strengere Regeln für Fahranfänger – Senioren im Visier

Führerschein
(FOTO: iStock)

Digitaler Führerschein, strengere Regeln für Fahranfänger und neue Altersvorgaben – die EU-Kommission will mit einer umfassenden Reform die Verkehrssicherheit erhöhen.

Die Europäische Kommission hat am Mittwoch einen Vorschlag zur Überarbeitung der EU-Regeln für Führerscheine vorgelegt. Ziel der Reform ist es, die Verkehrssicherheit zu verbessern und den Übergang zu umweltfreundlicherer Mobilität zu erleichtern.

Der Vorschlag sieht unter anderem eine EU-weite digitale Führerscheinlösung vor. Autofahrer sollen künftig ihren Führerschein auf dem Smartphone speichern können, was Verwaltungsvorgänge vereinfachen und den Austausch von Informationen zwischen den Mitgliedstaaten erleichtern soll.

Eine weitere Neuerung betrifft Fahranfänger. Für sie ist eine Probezeit von mindestens zwei Jahren vorgesehen, in der strengere Regeln für Alkohol am Steuer gelten sollen. Zudem sollen junge Fahrer zunächst nur Fahrzeuge mit geringerer Leistung fahren dürfen.

Medizinische Untersuchungen

Die Kommission plant auch Änderungen bei der medizinischen Untersuchung für ältere Verkehrsteilnehmer. Die Mitgliedstaaten sollen selbständig entscheiden können, ob sie die Gültigkeitsdauer von Führerscheinen für Personen ab 70 Jahren verkürzen oder zusätzliche Maßnahmen wie ärztliche Untersuchungen einführen wollen.

Für Lkw- und Busfahrer sieht der Vorschlag vor, das Mindestalter auf 18 Jahre zu senken, wenn die Fahrer eine besondere Berufsausbildung absolviert haben. Damit will die Kommission dem Fahrermangel in der Transportbranche entgegenwirken.

Gesetzgebungsprozess

Die EU-Verkehrskommissarin Adina Valean betonte die Bedeutung der Reform: “Mit den neuen Regeln für Führerscheine werden wir unsere Straßen sicherer machen und die Freizügigkeit erleichtern.” Die vorgeschlagenen Regeln werden dazu beitragen, junge Fahrer besser zu schützen, den Verwaltungsaufwand zu reduzieren und den Übergang zu Null-Emissions-Mobilität zu unterstützen.

Der Vorschlag muss nun vom Europäischen Parlament und dem Rat der EU geprüft und gebilligt werden, bevor er in Kraft treten kann.

Die Kommission rechnet mit einem längeren Gesetzgebungsprozess, da die Mitgliedstaaten bei Verkehrsregeln traditionell unterschiedliche Ansichten vertreten.