Start NEWS POLITIK Corona-Gipfel: Kommt der vierte harte Lockdown?
„SCHRAUBEN ANZIEHEN“

Corona-Gipfel: Kommt der vierte harte Lockdown?

(FOTO: BKA/Dragan Tatic)

Corona-Krisengipfel im Kanzleramt: Bei dem Treffen zeichneten Experten und Länderchefs ein düsteres Bild. Öffnungen rücken in weite Ferne.

Die Regierung steigt auf die Öffnungsbremse. Bereits am Sonntagabend sei bekannt geworden, dass vor Ostern keine weiteren Lockerungen im Osten des Landes zu erwarten sind, wie die „Heute“ berichtete. Die 7-Tages-Inzidenz hat sich innerhalb von nur fünf Wochen auf den Wert 209,1 verdoppelt. Auch am Montag konnte wieder ein Anstieg verzeichnet werden. Nun stellt sich auch im Rahmen des Gipfels die Frage: Droht ein vierter harter Lockdown?

Eine Pressekonferenz ist vorerst nicht geplant, wie es am Vormittag auf zahlreiche Medienanfragen hieß. Bereits seit 8.30 Uhr berät eine Expertengruppe im Kanzleramt die Regierungsspitze zu möglichen weiteren Maßnahmen. . Bisher ist bekannt, dass aus derzeitiger Sicht keine Beschlüsse für die Zeit nach Ostern zu erwarten seien, wie sie „Heute“ berichtet. Die Lage sei zu unbeständig, die im Osten verbreitete Briten-Mutation mache das Infektionsgeschehen laut Experten unbeherrschbar.

Seit 10 Uhr wird mit den Landeshauptleuten via Videokonferenz getagt. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) legte gleich zu Beginn die Marschroute fest: „Alle Maßnahmen müssen von der Bevölkerung mitgetragen werden.“ Drohen nun also weitere Verschärfungen oder gar ein vierter harter Lockdown?

„Es ist nicht die Zeit der großen Öffnungen“

Gesundheitsminister Rudolf Anschober

Situation in Vorarlberg beobachten
Ein regional angepasstes Vorgehen mache aus Kurz‘ Sicht auch weiterhin Sinn. Wie berichtet, öffnete Vorarlberg am Montag wieder die Gastronomie. Der frisch aus dem Krankenstand zurückgekehrte Gesundheitsminister Rudolf Anschober zitierte Experten und kam zu dem Schluss: „Es ist nicht die Zeit der großen Öffnungen.“ Er möchte die Entwicklung in Vorarlberg nun genau beobachten. 

Düstere Prognosen
Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig soll laut „Heute“ während der Konferenz eine düstere Prognose abgegeben haben: „In drei bis vier Wochen sind wir an der Kapazitätsgrenze.“ Doch wenn es sein muss, müsse man mit Masken mehr zulassen, so Ludwig. Er blieb laut Sitzungsteilnehmern bei seiner Linie: „Alles draußen ist besser als drinnen.“ Wien setze nun verstärkt auf Contact Tracing. 

Oswald Wagner, der Vizerektor der MedUni Wien prognostizierte: „Ab 6.000 täglichen Fällen ist die Situation auf den Intensivstationen nicht mehr zu beherrschen.“ Dann soll die Hammer-Ansage von Wagner gefallen sein. Bei den Kontrollen müssten jetzt die Schrauben angezogen werden: „Sonst müssen Experten wieder einen Lockdown empfehlen.“

Länder wollen Öffnungsschritte
Die Länder sehen die Situation hingegen weniger dramatisch. Niederösterreich möchte Outdoor-Treffen ermöglichen. Das Burgenland meint, das Testen und Impfen im Griff zu haben. Die Steiermark spricht sich gegen die Abriegelung von Regionen aus. Kärnten  möchte „vorsichtige Schritte Richtung Öffnung jedenfalls wagen“. 

Quellen und Links:

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