Start Gesundheit
ÜBERRASCHENDE FAKTEN

Corona: Was sagt die Impfreaktion über Wirkung aus?

IMPFUNG_GLUECKLICH_MANN
(FOTO: iStock)

Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit oder auch heftige Kopfschmerzen sind mögliche Nebenwirkungen einer Corona-Impfung. Doch was sagen die Reaktionen über die Wirksamkeit aus?

In Bezug auf das neuartige Coronavirus und die Schutzimpfung gibt es immer wieder neue Erkenntnisse. Bisher war oft zu hören: Eine Impfreaktion sei ein gutes Zeichen dafür, dass das Immunsystem die Botschaft verstanden und die Arbeit aufgenommen hat. Aber stimmt das wirklich so? Hier erfahrt ihr einige erstaunliche Fakten rund um die Corona-Impfung.

Zunächst einmal vorweg: Impfreaktionen sagen rein gar nichts über die Wirkung einer Impfung aus! Wie jetzt auch namhafte Molekularbiologen und Virologen erklären, laufen die Impfreaktion und der Immunitätsaufbau nämlich auf unterschiedlichen Ebenen ab: „Nebenwirkungen sind unbedeutend, wenn es darum geht, einen guten Schutz gegen die jeweilige Krankheit aufzubauen. Das gilt grundsätzlich für alle Impfstoffarten“, betont etwa der Virologe Dr. Sebastian Ulbert, Abteilungsleiter für „Impfstoffe und Infektionsmodelle“ am deutschen Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie.

Auch jüngste Studien zeigen, dass die Stärke der Nebenwirkungen nichts über den Schutz aussagt: Denn es haben weit mehr Menschen einen guten Schutz vor dem SARS-CoV2-Virus aufgebaut, als es Meldungen von Nebenwirkungen gibt.

Viele Reaktionen auf Zusatzstoffe in der Impfung
Warum einige Menschen so stark auf die Impfung reagieren und andere gar nicht, hat laut den Experten unterschiedliche Ursachen: Bei den meisten Menschen springt nach dem Stich bereits das Immunsystem an. Der Körper beginnt sich mit dem verabreichten Impfstoff zu beschäftigen. Das kostet Kraft und führt eben häufig zu Fieber, Gliederschmerzen und anderen Nebenwirkungen.

Zum anderen reagieren viele „auch auf die Zusatzstoffe, die in jeder Impfung enthalten sind“, erklärt Virologe Ulbert. Bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer oder Moderna ist beispielsweise die Erbinformation für Teile des Coronavirus von einer künstlichen Fettschicht umhüllt. Viele der bekannten Nebenwirkungen sind eine Reaktion auf diese Substanzen. Fazit: Unsere Impfreaktionen lassen sich entweder auf unser fleißiges Immunsystem zurückzuführen oder auf gewisse Reaktionen, die Zusatzstoffe verursachen. Mit der Höhe des Impfschutzes hat das allerdings nichts zu tun.

„Nebenwirkungen sind unbedeutend, wenn es darum geht, einen guten Schutz gegen die jeweilige Krankheit aufzubauen

Virologe Dr. Sebastian Ulbert

Zahl der Antikörper kaum von Bedeutung!
Eine weitere Frage, die bei vielen für Verunsicherung sorgt, ist, wie wichtig die Anzahl der Antikörper für den Schutz ist. Auch hier gibt es wichtige News rund um die Höhe der Spike-Protein-Antikörper, umgangssprachlich „Corona-Antikörper“: Selbst, wenn ihr nach einer Impfung oder einer durchgemachten Erkrankung nur wenige Antikörper nachweisen könnt, bedeutet das nicht automatisch, dass ihr nicht geschützt seid!

Virologe Dr. Sebastian Ulbert dazu: „Erstens werden durch die Impfung auch T-Zellen gebildet, welche das Virus im Fall einer Infektion eliminieren können. Und zweitens führen Impfstoffe – ebenso wie eine durchgemachte Erkrankung – zur Bildung eines immunologischen Gedächtnisses. Erfolgt ein neuerlicher Kontakt mit dem Virus, wird dieses Gedächtnis aktiviert, und neue Antikörper werden zum Schutz gebildet“, so der Experte gegenüber der Krone.

Sehr guter Schutz nach überstandener Erkrankung
Neue Erkenntnisse zeigen, dass der Schutz nach einer durchgemachten Corona-Erkrankung weitaus besser zu sein scheint, als bisher vermutet. Er soll sehr lange anhalten, vielleicht sogar für immer. Und: Für die Corona-Impfung könnte Ähnliches gelten. Einige Forscher gehen davon aus, dass eine vollständige Immunisierung – also nach zwei Impfdosen –  ausreicht, um für viele Jahre, vielleicht lebenslang, immun zu sein.

Dem gegenüber gibt es jedoch auch immer wieder Berichte über Menschen, die schon nach ein paar Monaten ein zweites Mal erkrankt sind oder sich trotz vollständiger Impfung infizieren.

Quellen und Links:

Wie finden Sie den Artikel?