Ein letztes Spiel, ein letzter Abpfiff – und dann war es offiziell. Edin Dzeko verabschiedet sich von der Bühne, die ihn unsterblich gemacht hat.
Edin Dzeko hat nach dem Abschiedsspiel gegen Schweden seinen endgültigen Rücktritt aus der bosnisch-herzegowinischen Nationalmannschaft bekanntgegeben. Das Spiel endete 1:1 – und mit dem Abpfiff schloss sich das letzte Kapitel einer außergewöhnlichen internationalen Karriere.
In einem bewegenden Moment nach der Partie machte Dzeko unmissverständlich klar, dass seine Zeit im Nationaldress ein für alle Mal vorbei ist. Obwohl er persönlich gerne noch weitergespielt hätte, empfindet er den Zeitpunkt als richtig – nicht zuletzt, weil das Team gut aufgestellt ist und eine neue Generation an Talenten bereitsteht, um Verantwortung zu übernehmen. „Ich gehe wirklich glücklich. Jetzt bin ich auf eurer Seite – auf der Seite der Fans“, sagte Dzeko, der als unangefochtener Rekordtorschütze in die Geschichte Bosnien-Herzegowinas eingeht.
Abschied in Zenica
Der über 40-Jährige war sichtlich stolz darauf, seine Nationalmannschaftskarriere im Stadion Bilino Polje in Zenica zu beenden – einem Ort, der ihm persönlich besonders viel bedeutet. Nach dem Schlusspfiff reflektierte er offen über den Druck und die Erwartungen, die dieses letzte Spiel begleitet hatten. Neben der Bedeutung der Partie für die WM-Qualifikation hob er auch die Relevanz der Nations League hervor, die er als wichtigen Vorbereitungsschritt auf dem Weg zur Europameisterschaft betrachtet.
Zeremonien auf dem Spielfeld
Beide Mannschaften formierten sich zu einem Spalier – und das auf Initiative beider Seiten. Dass sich auch die schwedischen Spieler freiwillig einreihten, verlieh dem Moment eine besondere Tiefe. Solche Gesten überschreiten die Grenzen des Sports und machen deutlich, welchen Stellenwert Dzeko weit über die Grenzen Bosniens hinaus genießt.
Würdigung durch Schweden
Die Anerkennung blieb nicht auf den Rasen beschränkt. Nach dem Abpfiff überreichte Simon Aström, Präsident des schwedischen Fußballverbands, Dzeko ein signiertes Trikot der schwedischen Nationalmannschaft sowie einen Blumenstrauß. Der Verband teilte die Geste auf seinen offiziellen Kanälen – und erntete dafür breite Zustimmung.
Dzekos nächste Schritte
Konkrete Pläne für die Zeit nach seiner Nationalmannschaftskarriere hat Dzeko noch keine. Auf Vereinsebene ist der Stürmer weiterhin aktiv: Im Juli 2025 unterschrieb er bei der AC Fiorentina einen Vertrag bis Juni 2026, nachdem er Fenerbahçe Istanbul verlassen hatte. Zunächst möchte er zur Ruhe kommen. Eine Rückkehr zur Nationalmannschaft in einer anderen Funktion schließt er nicht aus – allerdings nur dann, wenn er das Gefühl in sich trägt, wirklich etwas beitragen zu wollen. Er ist überzeugt, dass die nächste Generation den eingeschlagenen Weg erfolgreich weiterführen wird – und gibt den Staffelstab bewusst frei, um den jungen Spielern den Raum zu geben, den sie für ihre Entwicklung brauchen.