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Strategiewechsel

Dachte, es wäre einfach“ – Trump zieht sich zurück

Dachte, es wäre einfach“ – Trump zieht sich zurück
FOTO: EPA/AARON SCHWARTZ / POOL
3 Min. Lesezeit |

Vom Friedensstifter zum Zuschauer: Donald Trump zieht sich offenbar aus der direkten Vermittlung im Ukraine-Konflikt zurück und überlässt Selenskyj und Putin die Verhandlungen.

Donald Trump hat sich vor wenigen Tagen medienwirksam als erfolgreicher Friedensstifter präsentiert und dabei betont, während seiner Amtszeit bereits sechs bewaffnete Konflikte beendet zu haben. Nun zeichnet sich jedoch eine strategische Kehrtwende in seiner Ukraine-Politik ab: Der US-Präsident beabsichtigt offenbar, die weiteren Friedensgespräche zwischen Kiew und Moskau den Konfliktparteien selbst zu überlassen, wie Insider aus Trumps Umfeld dem Guardian anvertrauten. Nach diesen Informationen schwebt dem Präsidenten ein direkter Austausch zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskyj und Kremlchef Wladimir Putin vor, dem später ein Dreiergespräch unter Trumps Beteiligung folgen könnte.

Übereinstimmende Berichte von US-Regierungsbeamten bestätigen Trumps neue Strategie: Der Präsident will vorerst keine direkte Vermittlerrolle mehr einnehmen und zunächst abwarten, „was bei dem Treffen passiert“, wie er in einem aktuellen Interview erklärte. Diese Haltung markiert einen deutlichen Kurswechsel gegenüber seinen früheren Ankündigungen einer aktiven US-Vermittlung.

Die Realisierungschancen für ein solches Treffen bleiben derzeit ungewiss. Während Selenskyj wiederholt seine Bereitschaft zu bedingungslosen Gesprächen mit Putin signalisiert hat, zeigt sich die russische Seite deutlich zurückhaltender. Putins Berater haben zwar grundsätzliche Gesprächsbereitschaft angedeutet, knüpfen diese jedoch an Bedingungen, die faktisch auf eine Kapitulation der Ukraine hinauslaufen würden.

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Putins Taktik

Beobachter vermuten hinter Putins Zögern taktisches Kalkül: Ein direktes Treffen mit Selenskyj könnte dessen politische Stellung in den Augen der russischen Bevölkerung aufwerten. Der Kreml hält unterdessen an seiner Darstellung fest, die Regierung in Kiew sei lediglich ein fremdgesteuertes Regime ohne legitime Vertretungsmacht für die ukrainische Bevölkerung.

Trumps Rückzieher

Trumps Entscheidung, sich aus dem Verhandlungsprozess zurückzuziehen und seine anfänglich angestrebte Vermittlerrolle aufzugeben, könnte auf eine gewisse Desillusionierung zurückzuführen sein. Im Wahlkampf hatte der Republikaner noch vollmundig verkündet, den Ukraine-Konflikt binnen 24 Stunden lösen zu können. In jüngeren Äußerungen klang er deutlich vorsichtiger: „Ich dachte, [der Ukraine-Krieg] wäre sehr einfach zu lösen. Aber wie sich herausstellt, ist er sehr schwierig zu lösen – es ist sehr kompliziert“, räumte Trump im Frühjahr 2025 ein.

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Sowohl US-Medien als auch europäische Beobachter bringen diese öffentliche Einschätzung direkt mit Trumps strategischem Rückzug aus der Vermittlerrolle in Verbindung. Die Komplexität des Konflikts hat offenbar auch den selbstbewussten US-Präsidenten zur Vorsicht gemahnt, nachdem seine ursprünglichen Zeitpläne zur Konfliktlösung als unrealistisch eingestuft werden mussten.

Der Geopolitik-Experte Klemens Fischer von der Universität Köln interpretiert Trumps Strategiewechsel als geschickte Umdeutung seiner Wahlversprechen.

„Er fand einen Weg aus dem Ukraine-Krieg, zumindest für die USA“, kommentierte Fischer nach den Washington-Gesprächen.

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KO KOSMO-Redaktion
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