Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Friedensgespräche

Trump kündigt Putin-Anruf an – Dreier-Gipfel soll Krieg beenden

Trump kündigt Putin-Anruf an – Dreier-Gipfel soll Krieg beenden
(FOTO: EPA/AARON SCHWARTZ)
3 Min. Lesezeit |

Während in Washington Selenskyj und Trump über Friedenswege sprechen, heulen in der Ukraine die Luftschutzsirenen. Der US-Präsident zeigt sich optimistisch.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist im Weißen Haus in Washington mit US-Präsident Donald Trump zusammengetroffen. Vor dem Gebäude begrüßte Trump seinen Gast persönlich, reichte ihm die Hand und legte später freundschaftlich den Arm um Selenskyjs Schulter, bevor beide das Weiße Haus betraten. Die Begegnung folgte auf die Ankunft europäischer Führungskräfte und des NATO-Generalsekretärs.

Im Oval Office diskutierten die Präsidenten über Wege zur Beendigung des Krieges in der Ukraine. Trump zeigte sich optimistisch: „Wir haben in den letzten zwei Monaten mehr Fortschritte bei der Beruhigung dieses Krieges gemacht, als in vier Jahren zuvor erreicht wurde.“ Er betonte, dass ein formeller Waffenstillstand nicht zwingend notwendig sei, um Frieden zu erreichen. „Alle Friedensabkommen, die ich erreicht habe, wurden ohne Waffenstillstand geschlossen.“

⇢ Trump stellt Selenskyj Ultimatum – Europa in Alarmbereitschaft

Trilaterales Treffen

Während des Treffens kündigte Trump an, nach den Gesprächen mit Selenskyj telefonisch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Kontakt treten zu wollen. Er stellte ein mögliches trilaterales Treffen in Aussicht: „Wenn es zu einem solchen Treffen kommt, besteht eine gute Chance, dass der Krieg vielleicht beendet wird.“

Selenskyj erklärte seinerseits Bereitschaft zu einem solchen Dreiergespräch. Auf die Frage nach Wahlen in der Ukraine betonte er, dass diese unter Kriegsbedingungen nicht möglich seien: „Man kann während des Krieges keine Wahlen abhalten.“ Für demokratische und rechtmäßige Wahlen wäre ein umfassender Waffenstillstand zu Land, zu Wasser und in der Luft notwendig.

Unterschiedliche Vorstellungen

Trotz der freundlichen Atmosphäre zeigten sich auch deutliche Meinungsunterschiede. Trump erklärte öffentlich, Selenskyj könne den Krieg „fast sofort“ beenden, wenn er wolle. Zudem zeigte der US-Präsident Verständnis für Putins Forderung nach einem ukrainischen Rückzug aus Teilen des Ostens – eine Position, die Selenskyj klar ablehnte.

⇢ Geheimer Kriegs-Deal: 440 gegen 6.600 Quadratkilometer

Der ukrainische Präsident machte deutlich, dass die Ukraine keine weiteren „temporären Waffenruhen“ akzeptieren werde. Stattdessen forderte er durchsetzbare Sicherheitsgarantien von den USA und Europa, um künftige russische Angriffe zu verhindern. Dabei verwies er auf das Scheitern früherer Sicherheitszusagen wie des Budapester Memorandums von 1994, das der Ukraine territoriale Integrität im Gegenzug für den Verzicht auf Atomwaffen zusicherte.

Bezüglich künftiger Sicherheitsgarantien für die Ukraine versicherte Trump: „Europa will Schutz bieten, und wir werden ihnen dabei helfen. Das ist sehr wichtig.“ Er wies Behauptungen zurück, das aktuelle Treffen sei „das Ende des Weges“ für die US-Unterstützung der Ukraine.

Bemerkenswert war auch Selenskyjs Dank an First Lady Melania Trump, die einen Brief an Putin bezüglich ukrainischer Kinder unterzeichnet hatte, die nach Russland verschleppt wurden.

Die Atmosphäre des Treffens war deutlich entspannter als bei der vorherigen Begegnung im Februar. Ein Journalist, der Selenskyj damals für seine informelle Kleidung kritisiert hatte, entschuldigte sich sogar und lobte dessen Erscheinungsbild, worauf Selenskyj scherzhaft erwiderte: „Ich habe mich umgezogen, Sie nicht.“

Während die Gespräche in Washington stattfanden, heulten in der Ukraine Luftschutzsirenen. Die ukrainische Luftwaffe warnte vor der Gefahr russischer ballistischer Raketen – ein dramatischer Kontrast, der die Dringlichkeit der Verhandlungen unterstrich.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen