Start NEWS POLITIK Deshalb ist Serbien europäischer Vize-Impfmeister
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Deshalb ist Serbien europäischer Vize-Impfmeister

Archivbild (FOTO: Instagram-Screenshot)

Serbien impft nach Großbritannien im europäischen Vergleich am schnellsten. Die Premierministerin Ana Brnabić des Balkanlandes betonte, dass internationale unabhängige Verhandlungen das Erfolgsrezept der Impfstrategie seien.

Im Interview für „Focus“ erklärte Brnabić, dass es Serbien primär darum ging, „Leben zu retten“ und „nicht um Geopolitik“. Während die Europäische Union mit Lieferengpässen und damit verbundenen Verzögerungen bei den nationalen Impfplänen zu kämpfen hat, wurden in Serbien bereits mehr als 470.000 Personen gegen Covid-19 geimpft.

„Zu keinem Zeitpunkt haben wir Impfstoffe politisiert und auch das Herkunftsland spielte keine Rolle, so lange der Impfstoff sicher war. Diese Ausgewogenheit und gute Partnerschaften haben sich in dieser Zeit zunehmend als nützlich erwiesen. Sie gaben uns die Möglichkeit, sowohl Impfstoffe aus dem Westen als auch von unseren Freunden in China und Russland zu erwerben“, so die serbische Premierministerin.

Israel als Vorbild
Brnabić bestätigte im „Focus“-Interview auch, dass Serbien von Israel „gelernt“ habe. „Während es zahlreiche Beispiele für Spannungen bei den weltweiten Bemühungen um Impfschutz gibt, setzen wir auf Kooperation und Wissensaustausch – wie etwa durch unsere Gespräche mit Israel – um unsere Bevölkerung zu schützen und den Impfprozess sicher zu gestalten.“

Den ersten Vertrag schloss das Westbalkanland mit Biontech/Pfizer. Dieses Unternehmen lieferte auch die ersten Vakzinen. Die serbische Premierministerin betonte jedoch auch, dass neben der Europäischen Union Russland und China „eine enorme Unterstützung“ waren. „Bei der Pandemie geht es darum, Leben zu retten und nicht um Geopolitik. Wenn Impfstoffe verfügbar sind und wir sie beschaffen können, ist es unsere Pflicht, dies im Interesse unserer Bevölkerung zu tun.“

„Die Kosovo-Serben sind nicht aus freien Stücken auf der falschen Seite“
Bezüglich der Geopolitik hakte der „Focus“-Journalist jedoch nach, da der serbische Präsident Aleksandar Vučić erst kürzlich Corona-Impfungen im Norden des Kosovos ankündigte – jenem Teil des Landes, der mehrheitlich von Serben bewohnt wird. „Die Kosovo-Serben sind nicht aus freien Stücken auf der falschen Seite des von Priština ausgegangenen Grenzstreits und wir werden sie dafür nicht bestrafen“, erklärte die Premierministerin.

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