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BERLIN

Deutschland finanziert Seite über serbische Kriegsverbrechen

Serbien
FOTO: Screenshot, Kuhlmann /MSC - https://www.securityconference.de/de/mediathek/munich-security-conference-2019/image/angela-merkel-7/filter/image/, https://commons.wikimedia.org

Die Webseite „Rat u Srbiji“ hat es sich zum Ziel gemacht, vor allem Jugendliche in Serbien über die kriegerischen Geschehnisse in den neunziger Jahren zu informieren.

Die Seite ist von der serbischen Organisation „Jugendinitiative für Menschenrechte“ (YIHR), die über die Beteiligung ihres Landes an den Kriegen im ehemaligen Jugoslawien informieren will und Bewusstsein für Kriegsverbrechen schaffen will. Als Anlass für solche und ähnliche Projekte nimmt man Untersuchungen, denen zufolge 30 Prozent der serbischen SchülerInnen überhaupt nicht wissen, dass – so steht es auf der Webseite – „ihr Land für die bewaffneten Konflikte der 1990er verantwortlich ist“.

Geld kommt aus Deutschland
„Krieg in Serbien – er fand statt“, steht auf der Webseite, die interessanterweise vom deutschen Außenministerium finanziert wird. Die Webseite informiert über Vukovar, Srebrenica und viele andere Orte, an denen sich Kriegsverbrechen ereignet haben, aber kritisiert auch die Tatsache, dass Protagonisten aus dem damaligen politischen Leben heute noch in Serbien Funktionsträger ist.

Kritik von Außenminister Dačić
Dass das offizielle Berlin eine Webseite über serbische Kriegsverbrechen aus den neunziger Jahren finanziert, stößt in Serbien auch vielerorts auf Kritik. „Mit Euros aus Berlin machen sie aus Serben neue Nazis: Eine neue Webseite wimmelt von Lügen“, schreibt die Zeitung „Večernje Novosti“. Kritisiert wird die Webseite auch von Außenminister Ivica Dačić. YIHR habe das Ziel, mit dem ARgument „der gut etablierten Matrix über die serbische Schuld“ an ausländische Gelder heranzukommen.