Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Startaufstellung

Die ideale Elf: So könnten die „Drachen“ gegen Kanada antreten!

Die ideale Elf: So könnten die „Drachen“ gegen Kanada antreten!
(FOTO: EPA / NIDAL SALJIC)
4 Min. Lesezeit |

Erfahrung trifft auf Aufbruchsstimmung: Bosnien-Herzegowina reist mit einem gefestigten Kader zur WM – und will mehr als nur dabei sein.

Bosnien-Herzegowina geht mit einer ausgewogenen Mischung aus Erfahrung und jugendlicher Energie in das Turnier – von Routinier Edin Dzeko und Sead Kolasinac bis zu den aufstrebenden Talenten Kerim Alajbegovic und Esmir Bajraktarevic. Das erste Gruppenspiel gegen Kanada findet am Freitag, dem 19. Juni 2026, um 21.00 Uhr MESZ in Toronto statt. Das Rückgrat der Mannschaft zeichnet sich bereits aus dem Playoff gegen Italien ab: Im Tor steht Nikola Vasilj vom FC St. Pauli, die Viererkette bilden Amar Dedic (Benfica), Nikola Katic (Schalke), Tarik Muharemovic (Sassuolo) und der erfahrene Sead Kolasinac von Atalanta.

Davor agieren Ivan Sunjic (Pafos) und Benjamin Tahirovic (Brøndby) als doppelte Absicherung vor der Abwehr, während Kerim Alajbegovic von RB Salzburg als kreativer Antreiber hinter den Stürmern fungiert. Die Flügelpositionen sind für Bajraktarevic (PSV) und Amar Memic (Viktoria Pilsen) vorgesehen – die Sturmspitze besetzt Kapitän Dzeko.

Taktische Fragen

Die drängendsten taktischen Fragen betreffen den Angriff: Beginnt Dzeko von Beginn an, oder schont Trainer Sergej Barbarez seinen Kapitän zunächst – und ist neben ihm Platz für Ermedin Demirovic vom VfB Stuttgart in einem Sturmduo? Ebenso offen ist der Zeitpunkt, zu dem Alajbegovic ins Spiel gebracht wird. Der Salzburger war es, der gegen Italien entscheidend von der Bank aus eingriff – seine Kreativität verändert den Spielcharakter, muss aber dosiert eingesetzt werden.

Auf dem rechten Flügel könnte Bajraktarevics Tempo zum entscheidenden Trumpf gegen die kanadischen Außenverteidiger werden. Die Kadertiefe ist solider als in früheren Jahren: Im Angriff stehen mit Haris Tabakovic (Borussia Mönchengladbach), Samed Bazdar und Jovo Lukic weitere Optionen bereit; das Mittelfeld wird durch Amir Hadziahmetovic (Hull City), Armin Gigovic (Young Boys), Dzenis Burnic und Ivan Basic ergänzt; in der Defensive stehen Dennis Hadzikadunić, Stjepan Radeljic, Nihad Mujakic und Arjan Malic zur Verfügung. Angesichts von drei Spielen in nur zwölf Tagen – bei großer Hitze – ist diese Breite im Kader kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.

Ahmetovics Einschätzung

Sportkommentator Kemal Ahmetovic sieht die Nationalmannschaft auf einem guten Weg und spricht sich klar gegen größere Umstellungen aus. Gegenüber dem Portal Avaz erklärte er: „Sie haben eine junge Mannschaft, was bedeutet, dass sie läuferisch den Anforderungen des modernen Fußballs gerecht werden und sich mit jeder Nationalmannschaft auf dem Planeten messen kann. Ich denke, Barbarez wird nichts Wesentliches ändern.“

Das gestiegene Selbstvertrauen sei laut Ahmetovic einer der größten Gewinne dieser Generation – und genau deshalb wäre es riskant, kurz vor dem Turnier an den Stellschrauben zu drehen. „Man sollte nichts ändern, denn das könnte für die Nationalmannschaft gefährlich sein. Wenn man jetzt, im letzten Moment, anfängt, etwas hinzuzufügen oder wegzunehmen, kann man das zerstören, was bisher aufgebaut wurde. Ich denke, Barbarez ist gut gestartet und hat die Grundlagen für eine stabile Mannschaft gelegt“, betonte er.

Kleinere personelle Korrekturen hält Ahmetovic dennoch für möglich – vor allem dort, wo mehrere Spieler auf gleichem Niveau konkurrieren. „Vielleicht wird es ein oder zwei Änderungen geben, weil wir auf manchen Positionen gleichwertig starke Spieler haben. Die Außenbahnen sind wahrscheinlich unser stärkster Mannschaftsteil, und dort haben wir sehr gute Lösungen, sowohl in der Startelf als auch bei den Reservisten. Wenn sich auch Tabakovic rechtzeitig erholt, kann diese Nationalmannschaft einiges Gutes bewirken“, so Ahmetovic.

Zugleich mahnt er zur Besonnenheit im Umgang mit den Erwartungen: „Man sollte nicht übertreiben und falsche Erwartungen anheizen. Es wäre gut, wenn wir die Gruppe überstehen, und alles darüber hinaus wäre für uns ein großer Erfolg.“

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen