Start NEWS SPORT „Die Schweiz wollte, dass wir unser Kroatentum verkaufen“
FAMILIENPORTRAIT

„Die Schweiz wollte, dass wir unser Kroatentum verkaufen“

(FOTO: zVg.)

Kürzlich war die Familie des kroatischen Fußballers Ivan Rakitić im Rahmen einer Serie rund um den Erfolg der „Vatreni“ bei der letzten Weltmeisterschaft zu sehen.

Luka und Kata Rakitić erinnerten sich in der Sendung an die fußballerischen Anfänge ihres Sohnes. Alles begann mit dem Spiel Dinamo Zagreb gegen Grashopper im Jahr 1997 in Zürich. Das kroatische Team besiegte die Gastgeber mit 5:0, während Luka seine beiden Söhne, Ivan und Dejan, auf den Schultern trug.

„Sie sollten das Kroatentum spüren“
Ivan Rakitićs Vater zog 1986 aus seinem Geburtsort Sikirevci (Kroatien) in die Schweiz. Er folgte seinem Bruder, der bereits dort Arbeit gefunden hat. Die Familie baute sich ein Haus in Möhlin unweit von Basel.

„Ich werde nie vergessen, als uns unser Vater zum Dinamo-Spiel mitnahm. Es war mein erstes großes Match und es waren so viele Zuseher, dass er mich auf die Schultern nehmen musste, damit ich überhaupt etwas sehen kann“, erzählte Ivan Rakitić. Sein Vater erklärte, dass er „seine Söhne auf die Schultern nahm, dass sie das Kroatentum bis in die Adern spüren können“.

Entscheidung zwischen der Schweiz und Kroatien
Bereits mit 16 Jahren startete der kroatische Kicker in Basel durch. Auch wenn es bereits damals Angebote aus Großbritannien gab, so blieb Rakitić dennoch in der Schweiz. Erst 2007 ging er schlussendlich ins Ausland und spielte für Schalke.

Damals musste er auch eine schwere Entscheidung treffen. Er musste sich, nachdem er im Jugendnationalteam der Schweiz gespielt hatte, nun zwischen der Schweiz und Kroatien entscheiden. Beide Fußballverbände äußerten sehr großes Interesse an dem jungen Ausnahmetalent.

„Die Schweiz hat uns alles gegeben, allerdings brannte ein Feuer ewig in uns. Darüber haben wir nicht gesprochen. Man wusste es einfach. In unserer katholischen Familie wusste man immer, woher wir sind“, erklärte Luka Rakitić.

Dann kam der Tag der Entscheidung. Ivan ging in sein Zimmer, um mit dem Teamchef der Schweiz und Kroatiens zu telefonieren. Als er zurück ins Wohnzimmer kam, fragte ihn sein Vater: „Und wie hast du dich entschieden, mein Sohn?“ „Ich habe mich so entschlossen, wie es dein Herz wünscht“, antwortete Ivan. „Das werde ich ihm nie vergessen“, erzählte Rakitićs Vater unter Tränen vor laufenden Kameras.

Es folgte eine schwere Zeit für den jungen Kicker, da der Schweizer Fußballverband sehr verärgert auf seine Entscheidung reagierte. Der Schweizer Verband soll auch sehr viel Geld geboten haben, damit der junge Kicker für ihr Team spielt. Dennoch entschied er sich für Kroatien. Heute seien die Wogen jedoch geglättet. „Ich hoffe, dass die Menschen in der Schweiz heute verstehen, dass es keine Entscheidung gegen die Schweiz, sondern für Kroatien war“, resümierte Ivan Rakitić