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KI-Liebe

Digital verliebt: 75-Jähriger will Ehefrau für KI-Avatar verlassen

Digital verliebt: 75-Jähriger will Ehefrau für KI-Avatar verlassen
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Ein 75-jähriger Chinese verliebte sich so sehr in einen KI-Avatar, dass er sogar seine Ehefrau verlassen wollte. Wie die Beijing Daily berichtet, entdeckte der Mann namens Dzidzang beim Surfen in sozialen Netzwerken eine weibliche digitale Figur.

Während Technikversierte sofort erkannt hätten, dass es sich um eine künstliche Kreation handelte, nahm der Senior sie als echte junge Frau wahr, die gerne mit ihm kommunizierte. Selbst die fehlende Synchronität zwischen Lippenbewegungen und Sprache irritierte ihn nicht.

Seine Faszination steigerte sich zur Besessenheit – er verbrachte die schönsten Stunden des Tages am Telefon und wartete ungeduldig auf Nachrichten seiner vermeintlichen Bekanntschaft. Als seine Ehefrau ihn wegen der übermäßigen Handynutzung zur Rede stellte, kündigte er kurzerhand an, sich scheiden lassen zu wollen, um sich vollständig seiner „KI-Romanze“ widmen zu können. Zum Glück gelang es seinen Kindern, ihn wieder zur Vernunft zu bringen und ihm zu erklären, dass sein Schwarm in Wirklichkeit nur ein KI-generiertes Programm war.

Der bizarre Fall, der von mehreren internationalen Medien aufgegriffen wurde, verdeutlicht eine beunruhigende neue Dimension der KI-Technologie. Erst durch die direkte Intervention seiner Kinder konnte der Mann überzeugt werden, dass seine vermeintliche Partnerin nur eine künstliche Intelligenz war.

Wachsende Problematik

Solche Vorfälle sind in China mittlerweile keine Einzelfälle mehr. Besonders alleinstehende Senioren mit gesundheitlichen Einschränkungen oder eingeschränkter Mobilität werden zunehmend Zielgruppe täuschend echter KI-Anwendungen, die emotionale Bindungen erzeugen. Die künstliche Intelligenz schlüpft dabei in verschiedenste Rollen – vom seriösen Experten im Anzug über Nachrichtensprecher bis hin zur sympathischen Studentin.

Experten warnen, dass diese KI-basierten Avatare gezielt auf einsame oder sozial isolierte Menschen zugeschnitten werden. Die Technologie agiert dabei immer überzeugender und kann reale Beziehungen zunehmend verdrängen – eine gesellschaftliche Herausforderung, die weit über China hinausreicht.

Kommerzielle Ausnutzung

Hauptzweck dieser Avatare ist meist die Förderung von Konsum und Werbung, wobei viele ältere Menschen bedenkenlos Produkte kaufen, die ihnen von diesen digitalen Figuren empfohlen werden. Darüber hinaus dienen sie der Verbreitung von Propaganda und schaffen emotionale Abhängigkeiten.

Besonders problematisch: Die KI-Systeme schaffen nicht nur emotionale Bindungen, sondern auch wirtschaftliche Abhängigkeiten, indem sie gezielt Produkte bewerben oder das Konsumverhalten beeinflussen. Dies macht vulnerable Bevölkerungsgruppen zu leichten Opfern manipulativer Geschäftspraktiken.

Fachleute raten Familien dringend, ein wachsames Auge auf die Internetaktivitäten ihrer älteren Angehörigen zu haben.

Obwohl künstliche Intelligenz zahlreiche positive Anwendungsmöglichkeiten bietet, kann sie für besonders schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen erhebliche Risiken bergen.

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KO KOSMO-Redaktion
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