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Wassermangel

Dürre-Alarm in Österreich: Sorge um Trinkwasser wächst

Dürre-Alarm in Österreich: Sorge um Trinkwasser wächst
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3 Min. Lesezeit |

Alarmierender Zustand in Österreichs Untergrund: Fast 60 Prozent der Grundwassermessstellen zeigen kritische Werte. Besonders der Westen kämpft mit historischen Tiefständen.

Fast 60 Prozent der österreichischen Grundwassermessstellen zeigen besorgniserregende Werte, wie eine aktuelle Erhebung von Greenpeace belegt. Von den insgesamt 231 untersuchten Messstellen wiesen 26 einen sehr niedrigen und 111 einen niedrigen Wasserstand auf, ergab die Analyse mit Stichtag 15. Juli. „Bei mehr als jeder zehnten Grundwassermessstelle liegt der Wasserstand so niedrig wie Mitte Juli noch nie.“ Besonders betroffen sind die westlichen Bundesländer, wo sich der schneearme Winter und regenarme Frühling noch immer drastisch bemerkbar machen“, teilte die Umweltorganisation am Mittwoch mit.

Die jüngsten Niederschläge im Juli konnten die angespannte Lage nicht entschärfen, betont Sebastian Theissing-Matei, Wasserexperte bei Greenpeace, und verweist auf die Auswirkungen der Klimakrise. Zwischen den Bundesländern zeichnet sich ein deutliches Gefälle ab: In Tirol verzeichnen 86 Prozent der Messstellen niedrige oder sehr niedrige Werte, in Salzburg sind es 85 Prozent. Selbst im östlichen Burgenland liegen noch 60 Prozent der Messstellen im kritischen Bereich.

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Die Auswirkungen sind in den westlichen Bundesländern bereits deutlich zu spüren. In mehreren Gemeinden Tirols und Salzburgs haben lokale Wasserversorger die Bevölkerung zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser aufgerufen, da die Grundwasserreserven für eine uneingeschränkte Versorgung nicht mehr ausreichen. Besonders die Landwirtschaft leidet unter den niedrigen Pegelständen: Vielerorts wurde die Wasserentnahme aus Brunnen limitiert oder zeitweise komplett untersagt, was bereits zu Ernteausfällen führt.

Fehlende Wasserstrategie

Nach Einschätzung der Umweltorganisation fehlt es in Österreich an ausreichenden Vorbereitungen für den zunehmenden Wettbewerb um die knapper werdende Ressource Wasser. Neben dem bereits angekündigten Wasserentnahme-Register sei eine umfassende Wasserstrategie erforderlich, die sämtliche Verbrauchsbereiche berücksichtigt und die Renaturierung von Flussläufen vorantreibt. Letztere könnten Niederschläge besser aufnehmen und speichern. „Was wir jetzt versäumen, wird uns morgen teuer zu stehen kommen“, warnte Theissing-Matei.

Die Umweltschützer fordern zudem eine Bepreisung von industriellen Wasserentnahmen. Diese Maßnahme sollte laut Greenpeace greifen, wenn solche Entnahmen „Auswirkungen auf die Wasserverfügbarkeit oder die Umwelt haben. Dies wird eigentlich bereits im Artikel 9 der EU-Wasserrahmenrichtlinie (europäische Regelung zum Schutz und Management von Gewässern) geregelt. Derzeit bezahlen Industriebetriebe in Österreich in der Regel nichts für die direkte Entnahme des Allgemeinguts Wasser“, so die Organisation.

Europaweite Dürre

Die Grundwasserproblematik beschränkt sich nicht auf Österreich, sondern betrifft den gesamten europäischen Kontinent. Eine 2023 veröffentlichte Studie der TU Graz stützt sich auf Satellitenauswertungen und kommt zu dem Schluss, dass Europa unter einer schweren Dürre leidet. „Auf dem gesamten Kontinent ist der Grundwasserspiegel seit 2018 konstant niedrig“, auch wenn Extremwetterereignisse mit Überschwemmungen zeitweilig ein anderes Bild vermitteln“, hieß es damals von der Universität. Fachleute führen diese Entwicklung auf die Folgen des menschengemachten Klimawandels zurück.

Greenpeace appelliert erneut an die Regierung, das angekündigte Wasserentnahme-Register zügig umzusetzen und fordert insgesamt eine grundlegende Neuausrichtung der österreichischen Wasserpolitik.

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KO KOSMO-Redaktion
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