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ZEITZEUGE

Dušan Stefančić erhält Austrian Holocaust Memorial Award

Stefančić (2. von rechts) 2014 als Ehrenpräsident bei der Gedenk- und Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen (FOTO: Mauthausen Komitee Österreich)

Der 93-Jährige überlebte sechs Konzentrationslager und engagierte sich lange als Zeitzeuge. In diesem Jahr wurde er vom Verein Österreichischer Auslandsdienst mit dem Austrian Holocaust Memorial Award ausgezeichnet.

Der Verein Österreichischer Auslandsdienst vergibt den Austrian Holocaust Memorial Award seit 2006 an Personen bzw. Institutionen, die sich besonders für die Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus einsetzen. Im heurigen Jahr ging die Auszeichnung an den slowenischen Holocaust-Überlebenden und Ehrenpräsidenten des Internationalen Mauthausen Komitees, Dušan Stefančić.

Sechs Konzentrationslager überlebt
Stefančić war von 2007 bis 2011 Präsident des Internationalen Mauthausen-Komitees und Vorsitzender des slowenischen Mauthausen-Komitees. Er überlebte sechs Konzentrationslager und engagierte sich als Zeitzeuge, um seine Erfahrungen vor allem mit den jüngeren Generationen zu teilen. Stefančić schloss sich im Jahr 1943 als Jugendlicher der slowenischen antifaschistischen Widerstandsbewegung an. 1944 wurde er in Ljubljana verhaftet und war dann in verschiedenen Konzentrationslagern, darunter in Dachau, Mauthausen und Gusen, inhaftiert.

In der Laudatio dankte Peter Gstettner vom Mauthausen-Komitee Kärnten Stefančić für seine „Geduld und sein Entgegenkommen bei den mühevollen Vermittlungsprozessen, uns Österreicherinnen und Österreicher die Geschichte der Konzentrationslager und des Überlebens vor Augen zu führen“. Er habe „uns nicht nur die Augen für die Unmenschlichkeiten und Verbrechen der Nazizeit, sondern auch die Herzen dafür geöffnet, was Mut im Widerstand und Mitgefühl und Solidarität mit den Opfern bedeuten“, hieß es in der Mitteilung des Österreichischen Auslandsdienstes.

Die Auszeichnung wurde dem 93-jährigen Stefančić wegen der Corona-Pandemie von der österreichischen Botschafterin Elisabeth Ellison-Kramer und dem slowenischen Museum für Zeitgeschichte am Freitag kontaktfrei übergeben, teilte der Verein mit. Eine Ehrung im feierlichen Rahmen werde nachgeholt, sobald es die Covid-19-Situation in Slowenien erlaube.