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Eskalation

Ehepaar Bohrn Mena verklagt Lena Schilling

(FOTO: flickr(Die Grünen/ Facebook/Sebastian Bohrn Mena)
(FOTO: flickr(Die Grünen/ Facebook/Sebastian Bohrn Mena)

Die juristische Auseinandersetzung um die grüne EU-Kandidatin Lena Schilling gewinnt an Brisanz. Trotz einer bereits erreichten Einigung vor Gericht, einschließlich Schillings Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung, sehen sich das Aktivisten-Ehepaar Sebastian und Veronika Bohrn Mena veranlasst, eine Zivilklage gegen die 23-jährige Politikerin einzureichen. Die Forderung: Ein Widerruf ihrer Anschuldigungen in ‚Der Standard‘, der als erstes Medium über die Kontroverse berichtete.

Zentraler Vorwurf gegen Schilling

Im Zentrum der Vorwürfe steht Schillings Behauptung, Veronika Bohrn Mena sei von ihrem Ehemann Sebastian Bohrn Mena häuslich misshandelt worden. Nachdem diese Anschuldigung publik wurde, sah sich Schilling zur Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung gezwungen, in welcher sie versprach, solche Behauptungen fortan zu unterlassen.

Nachforschungen stellen Eignung in Frage

Wie berichtet, sieht sich Lena Schilling seit geraumer Zeit heftiger Kritik ausgesetzt. Nachforschungen des „Standard“ legten nahe, dass sie mit der Verbreitung von Unwahrheiten als EU-Spitzenkandidatin inkompatibel sei. Es kamen diverse Vorwürfe ans Licht – so soll Schilling dem Vorwurf nach einem führenden Politiker häusliche Gewalt vorgeworfen haben.

Schillings Verteidigung

Als Reaktion auf die öffentliche Kontroverse verteidigte Schilling ihre ursprüngliche Aussage mit dem Hinweis, sie habe lediglich aus Besorgnis um eine damalige Freundin gehandelt. Das Ehepaar Bohrn Mena kontert jedoch, dass diese Vorwürfe gänzlich unbegründet seien.

Entscheidung erst nach EU-Wahl

Eine erste gerichtliche Verhandlung ist für den 21. Juni anberaumt, also kurz nach der EU-Wahl. Trotz der konsequenten juristischen Schritte signalisieren die Bohrn Menas auch eine Offenheit für eine gütliche Einigung, etwa in Form einer offiziellen Entschuldigung Schillings.

Aufruf zur Trennung von Privatleben und Politik

Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen, früher selbst Grüner, nahm zu den Anschuldigungen Stellung – wenn auch zurückhaltend. In einem Interview betonte er die Notwendigkeit, jugendliche Fehltritte, sofern vorhanden, zu verzeihen und plädierte dafür, das Privatleben aus politischen Diskussionen herauszuhalten: „Politik ist das eine, Privatleben ist das andere.“