Eisige Nächte mit bis zu minus 22 Grad stellen Autofahrer vor Herausforderungen. Nicht jede Methode zum Enteisen ist dabei sinnvoll – manche richten sogar Schaden an.
In den kommenden Tagen bleibt es frostig kalt, mit nächtlichen Temperaturen, die am Montag sogar auf minus 22 Grad fallen sollen. Was Winterfreunde begeistert, bedeutet für Autofahrer oft zusätzlichen Stress durch vereiste Fahrzeuge.
Bevor man losfahren kann, steht häufig das mühsame Entfernen von Eis und Schnee auf dem Programm. Der ARBÖ hat zusammengestellt, welche Methoden bei den aktuellen Minustemperaturen wirklich helfen – und welche Maßnahmen man besser unterlassen sollte.
Beim Enteisen der Scheiben sollte man keinesfalls zu heißem Wasser greifen. Der extreme Temperaturunterschied kann Glasbrüche verursachen und im schlimmsten Fall einen kompletten Scheibenaustausch erforderlich machen. Auch lauwarmes oder kaltes Wasser ist keine Lösung: Nach kurzzeitigem Antauen gefriert die Feuchtigkeit schnell wieder und bildet mitunter sogar dickere Eisschichten als zuvor.
Deutlich besser funktionieren klassische Eiskratzer oder spezielle Enteisungssprays. Ein praktischer Haushaltstipp: Ein selbstgemachtes Enteisungsmittel aus drei Teilen Essig und einem Teil Wasser, in eine Sprühflasche gefüllt, löst aufgesprüht das Eis binnen kurzer Zeit. Isopropylalkohol eignet sich ebenfalls hervorragend als selbstgemachter Scheibenenteiser fürs Auto. Einfach zwei Teile Wasser mit einem Teil Isopropylalkohol mischen und in eine Sprühflasche füllen. Die Mischung auf die vereiste Scheibe sprühen, kurz einwirken lassen und das Eis anschließend mit einem Schaber entfernen.
Vereiste Schlösser
Vereiste Türschlösser sollte man niemals mit einem erhitzten Autoschlüssel zu öffnen versuchen. Die starke Hitze kann sowohl den Schlüssel selbst als auch den eingebauten Transponder für die Startfreigabe beschädigen. Auch der Einsatz eines Föhns bringt in der Regel wenig, da die warme Luft in der kalten Umgebung zu schnell abkühlt, um die Vereisung wirksam zu bekämpfen.
Stattdessen empfiehlt sich ein Türschlossenteiser, den man im Winter stets griffbereit – allerdings nicht im Auto, sondern in der Jacken- oder Handtasche – mitführen sollte. Mit solchen Sprays lässt sich ein blockiertes Schloss schnell wieder funktionsfähig machen.
Bei festgefrorenen Autotüren ist von Gewaltanwendung dringend abzuraten. Starkes Ziehen kann die Türdichtungen aus ihrer Verankerung reißen und dauerhaft beschädigen. Besser ist es, zunächst von außen vorsichtig gegen die Tür zu drücken, um das Eis in den Dichtungszwischenräumen zu lösen. Alternativ kann auch behutsames Klopfen gegen das Türblech helfen.
Wirksamer ist oft eine mit heißem Wasser gefüllte Wärmeflasche, die man rund um den Türrahmen ans Blech drückt. Als weitere Möglichkeit kann heißes Leitungswasser vorsichtig um den Türrahmen gegossen werden – keinesfalls jedoch kochendes Wasser, das den Lack schädigen könnte. Nach erfolgreichem Öffnen sollten Türinnenseite und Dichtungen gründlich abgetrocknet werden, um erneutes Einfrieren zu verhindern.
Stromverbrauch beachten
Das Warmlaufenlassen des Motors im Stand ist nicht nur überflüssig, sondern auch verboten und umweltbelastend. Moderne Motoren benötigen keine Aufwärmphase und sind sofort fahrbereit. Sinnvoller ist es, vor längeren Kälteperioden die Batterie überprüfen zu lassen, um Startproblemen vorzubeugen.
Beim Stromverbrauch gilt: Heckscheiben-, Sitz- oder Lenkradheizung sollten nur so lange eingeschaltet bleiben, wie tatsächlich nötig. Sobald die Heckscheibe eisfrei ist oder Hände und Sitzfläche angenehm temperiert sind, sollten diese Verbraucher wieder ausgeschaltet werden.
Dauerhaft hoher Stromverbrauch belastet die Batterie unnötig, besonders bei Kurzstrecken, wenn die Lichtmaschine den Strom nicht ausreichend nachladen kann.