Während weltweit Gewaltvorfälle für Unruhe sorgen, gibt das österreichische Innenministerium Entwarnung: Die Bedrohungslage sei zwar erhöht, aber keine konkrete Gefahr erkennbar.
Das dritte Adventwochenende wurde von mehreren Gewaltvorfällen überschattet – Schüsse in Australien, ein vereitelter Anschlagsplan auf einen deutschen Weihnachtsmarkt sowie Schussabgaben an einer US-Eliteuniversität. Das österreichische Innenministerium reagierte auf diese Ereignisse mit einer Einschätzung zur heimischen Sicherheitslage. „Es besteht eine allgemein erhöhte Bedrohungslage – aber keine konkrete Gefährdung für Österreich“, teilte das Ministerium mit.
Am Sonntag veröffentlichte das Innenministerium vor dem Hintergrund der internationalen Vorfälle eine Stellungnahme zur aktuellen Sicherheitssituation in Österreich. Darin heißt es: „Internationale Vorfälle und Entwicklungen fließen laufend in die Beurteilung und Analyse der Lage mit ein. Die österreichischen Sicherheitsbehörden sowie der Verfassungsschutz stehen im engen Austausch mit Sicherheitsbehörden im Ausland.“
Erhöhte Terrorwarnstufe
Das Ministerium erläuterte die gegenwärtige Situation im historischen Kontext: „Bereits seit dem 7. Oktober 2023 – dem Terrorangriff der Hamas auf den Staat Israel – besteht in vielen europäischen Staaten und somit auch für Österreich eine erhöhte Bedrohungslage (aber keine konkrete Gefährdung). Wenige Tage nach dem terroristischen Angriff auf Israel wurde auch in Österreich nach entsprechender Lagebeurteilung die Terrorwarnstufe erhöht (aktuell auf die Stufe 4 von 5 möglichen Stufen). Damit einher gingen unterschiedliche wahrnehmbare, aber auch verdeckte Maßnahmen.“
Schutzmaßnahmen
Der besondere Fokus der Sicherheitsbehörden liegt auf dem Schutz jüdischer Einrichtungen. Diese standen nicht erst seit dem Hamas-Angriff vom Oktober 2023, sondern bereits in den Jahren zuvor unter verstärkter Beobachtung. Neben zahlreichen nicht öffentlich wahrnehmbaren Schutzmaßnahmen wurde die polizeiliche Präsenz an diesen Standorten intensiviert.
In Wien werden derzeit zusätzlich Soldatinnen und Soldaten des Bundesheeres im Rahmen eines Assistenzeinsatzes zum Schutz jüdischer Einrichtungen eingesetzt. Sämtliche Sicherheitsmaßnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit der Israelitischen Religionsgesellschaft und den Israelitischen Kultusgemeinden – eine Zusammenarbeit, die laut Innenministerium seit Jahrzehnten etabliert und bewährt ist.