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16 Tote

Terroristen von Sydney waren Vater und Sohn: Holocaust-Überlebender unter Opfern

Terroristen von Sydney waren Vater und Sohn: Holocaust-Überlebender unter Opfern
FOTO: EPA/ABIR SULTAN
5 Min. Lesezeit |

Während eines jüdischen Lichterfests am Bondi Beach fallen Schüsse. Der Terrorakt fordert 16 Menschenleben und erschüttert Australien mit seiner antisemitischen Brutalität.

Die Zahl der Todesopfer nach dem Terroranschlag am Bondi Beach in Sydney ist auf 16 gestiegen. Nach Einschätzung der australischen Behörden handelte es sich bei dem Angriff gezielt um eine antisemitisch motivierte Tat. Premierminister Anthony Albanese verurteilte den Vorfall als „bösartigen Akt des Antisemitismus“ und stufte ihn als Terroranschlag ein. Von den insgesamt 16 Opfern erlagen 14 Menschen noch am Tatort ihren Verletzungen, während ein zehnjähriges Kind und ein 40-jähriger Mann später im Krankenhaus verstarben.

Die Ermittlungsbehörden haben mittlerweile die Identität der beiden Attentäter festgestellt – es handelt sich um einen 50-jährigen Vater und seinen 24-jährigen Sohn. Der Vater wurde von Sicherheitskräften am Tatort erschossen, während sein Sohn mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Nach derzeitigem Ermittlungsstand geht die Polizei nicht von weiteren Tatbeteiligten aus. Der Anschlag ereignete sich während einer Chanukka-Feier, zu der sich mehr als 1.000 Menschen am ersten Tag des achttägigen jüdischen Lichterfests versammelt hatten.

Die Täter eröffneten mit Langwaffen das Feuer auf die Festteilnehmer. Die Polizei stellte drei Schusswaffen sicher und entdeckte in einem Fahrzeug, das einem der Täter zugeordnet wird, improvisierte Sprengsätze.

Auf Nachfrage zu möglichen Vorerkenntnissen über die Täter erklärte Mal Lanyon, Polizeichef von New South Wales, dass zu einem der Angreifer nur wenige Informationen vorlägen. Die Person sei den Behörden zwar bekannt gewesen, habe jedoch nach ersten Erkenntnissen keine konkrete Bedrohung dargestellt. Die Ermittlungen hierzu dauern an. Der getötete 50-jährige Täter besaß nach Polizeiangaben eine Lizenz für sechs Schusswaffen.

Die Altersstruktur der Opfer reicht von 10 bis 87 Jahren. Unter den Toten befinden sich ein französischer sowie ein israelischer Staatsbürger. Weitere Details zu den Opfern sind bislang kaum bekannt, da die offizielle Identifizierung noch aussteht, wie die Polizei mitteilte.

Internationale Reaktionen

Weltweit bekundeten Staats- und Regierungschefs ihre Anteilnahme. Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte auf der Plattform X seine Fassungslosigkeit über den antisemitischen Anschlag: „Meine Gedanken sind bei den Opfern und Angehörigen. Dies ist ein Angriff auf unsere gemeinsamen Werte. Diesem Antisemitismus müssen wir Einhalt gebieten – hier in Deutschland und weltweit.“

Besonders in Israel löste der Anschlag tiefe Erschütterung aus. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warf der australischen Regierung vor, nicht entschlossen genug gegen Antisemitismus vorgegangen zu sein. Er habe Premierminister Albanese bereits vor vier Monaten schriftlich gewarnt, „dass die Politik der australischen Regierung Antisemitismus in Australien fördert und ermutigt“, so Netanjahu. Er kritisierte insbesondere die formelle Anerkennung eines palästinensischen Staates durch Australien und andere führende Staaten im Kontext des Gaza-Krieges als „Öl ins antisemitische Feuer“.

Auch die Australian Jewish Association erhob auf X ähnliche Vorwürfe und beklagte, dass ihre wiederholten Warnungen an die Regierung ungehört geblieben seien. Israels Staatspräsident Izchak Herzog forderte von Australien verstärkte Schutzmaßnahmen für die jüdische Gemeinschaft.

Bei einer Pressekonferenz betonte Premierminister Albanese: „Wir werden an der Seite der jüdischen Gemeinschaft stehen.“ Vorwürfe von Journalisten, sein Land unternehme nicht genug gegen den wachsenden Antisemitismus, wies er zurück und versicherte, dass Australien das Thema ernst nehme.

Nach dem Anschlag dürften mögliche Versäumnisse der Sicherheitsbehörden verstärkt in den Fokus rücken. Bei der Veranstaltung am Bondi Beach waren Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden, unter anderem durch Polizeipatrouillen. Die Polizei kündigte nun eine verstärkte Präsenz an Synagogen an.

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Im Zuge des Gaza-Krieges ist Israel international zunehmend in die Kritik geraten. Parallel dazu ist weltweit ein Anstieg antisemitischer Vorfälle zu beobachten, die teilweise in Angriffen auf Menschen oder jüdische Einrichtungen wie Synagogen gipfeln.

In Australien hatte es im Jänner 2024 bereits einen Brandanschlag auf eine Synagoge in Melbourne gegeben, bei dem das Gotteshaus in Flammen aufging. Albanese bezeichnete diesen Vorfall als antisemitisch motivierte Schandtat, die Menschenleben gefährdet habe.

Dramatische Szenen

In sozialen Medien kursierende Videos dokumentieren dramatische Szenen vom Tatort. Ein Video zeigt einen Schützen, der von einer nahegelegenen Brücke aus feuert, während andere Menschen in Panik vom Tatort fliehen.

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Ein weiteres Video zeigt, wie ein Passant während des Anschlags einen der beiden Schützen überrascht und entwaffnet. Der Mann springt dem Angreifer von hinten auf den Rücken und nimmt ihm nach einem kurzen Gerangel das Gewehr ab. Der mutmaßliche Täter, der zuvor noch um sich geschossen hatte, entkommt hinkend. In australischen Medien wird der dem Namen nach arabischstämmige Passant als „Held von Bondi“ gefeiert.

Der 43-jährige Vater zweier Töchter im Vorschulalter erlitt bei seiner mutigen Tat zwei Schusswunden und wird derzeit im Krankenhaus behandelt. Auch US-Präsident Donald Trump würdigte den Mut des Mannes und betonte, dieser habe vielen Menschen das Leben gerettet.

Was ist Chanukka?

Mit dem Lichterfest Chanukka gedenken Juden der Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem im zweiten Jahrhundert vor Christus. Diese erfolgte nach dem erfolgreichen Aufstand der Makkabäer gegen die hellenistisch-syrische Herrschaft. Der zuvor entweihte Tempel galt nach dem Sieg als Symbol der wiederhergestellten religiösen Freiheit.

Zum Fest gehören traditionelle, in Öl gebratene Speisen als Erinnerung an das wundersame Öl. Besonders verbreitet sind Latkes (Kartoffelpuffer) sowie Sufganiot, mit Marmelade gefüllte Krapfen.

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KO KOSMO-Redaktion
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