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Atomprogramm

Ex-Mossad-Agentin warnt: Iran versteckt Material für 10 Atombomben

Ex-Mossad-Agentin warnt: Iran versteckt Material für 10 Atombomben
EPA-EFE/IRANIAN SUPREME LEADER OFFICE
5 Min. Lesezeit |

Versteckte Anlagen, geheime Standorte und genug Material für mehrere Atomsprengköpfe – Israels Ex-Geheimdienstexpertin warnt vor Irans nuklearen Fähigkeiten.

Der Iran verfügt nach Einschätzung einer hochrangigen Sicherheitsexpertin über versteckte Nuklearanlagen mit zahlreichen fortschrittlichen Zentrifugen, die ausreichend Uran für die Herstellung von Atomwaffen produzieren könnten. Laut Sima Shine, ehemalige Forschungsleiterin im israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad und heute Direktorin des Iran-Programms am Institute for National Security Studies, habe das Regime vor den amerikanischen Luftangriffen auf bekannte Nuklearanlagen einen Großteil des hochangereicherten Urans an geheime Standorte verlegt. „Teheran besitzt damit alle notwendigen Komponenten für den Bau einer Atombombe“, erklärte die Expertin, die mehr als drei Jahrzehnte im israelischen Sicherheitsapparat tätig war.

„Ich bin überzeugt, dass sie irgendwo einen verborgenen Standort mit Hunderten, wenn nicht Tausenden Zentrifugen betreiben und dass sie nukleares Material an verschiedenen Orten im ganzen Land gelagert haben“, sagte Shine gegenüber dem britischen „Telegraph“. Sie fügte hinzu: „Sie können nicht unmittelbar etwas produzieren, nicht morgen, aber in absehbarer Zukunft – sie verfügen über alle erforderlichen Kapazitäten für die Herstellung einer Bombe.“

Nach Schätzungen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA besitzt der Iran etwa 400 Kilogramm auf 60 Prozent angereichertes Uran – eine Menge, die für neun bis zehn Atomsprengköpfe ausreichen würde, sofern sie auf das waffenfähige Niveau von etwa 90 Prozent weiter angereichert würde. Wohin dieses Material nach den jüngsten Angriffen gebracht wurde, ist nicht bekannt, doch wird allgemein vermutet, dass es rechtzeitig in Sicherheit gebracht wurde. Shine zufolge habe der Iran dies einige Tage vor dem Angriff angedeutet und betont, dass sie „das Material verteilen“ würden, um ein „wichtiges strategisches Instrument zu bewahren“.

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In jüngsten Expertenrunden am Institute for National Security Studies in Tel Aviv haben Shine und weitere Nuklearspezialisten gewarnt, dass der Iran innerhalb von nur zwei bis drei Wochen genug hochangereichertes Uran für drei Atomsprengköpfe produzieren könnte. Die tatsächliche Herstellung eines einsatzfähigen Sprengkopfs würde jedoch noch sechs bis 18 Monate dauern – vorausgesetzt, die politische Führung trifft diese Entscheidung.

Revolutionsgarde übernimmt

Diese Warnung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Ajatollah Ali Chamenei, der oberste Führer des Iran, offenbar der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) die vollständige Kontrolle über die Landesverteidigung gegen israelische Angriffe sowie die Unterdrückung interner Unruhen übertragen hat. „Die Sepah [IRGC] kontrolliert inzwischen sämtliche Bereiche im Iran und handhabt dies bislang effektiv“, erklärte ein iranischer Regierungsvertreter gegenüber dem „Telegraph“.

Shine betont, dass die israelischen und amerikanischen Luftangriffe den bekannten Nuklearanlagen in Fordow, Natanz und Isfahan zweifellos erheblichen Schaden zugefügt haben, doch gebe es mit hoher Wahrscheinlichkeit weitere, geheime Standorte. Die gezielte Tötung iranischer Nuklearwissenschaftler und hochrangiger Militärs habe zwar Verwirrung in der Führungsebene des Landes verursacht, doch die grundsätzliche Bedrohung bestehe weiterhin. „Die bekannten Anlagen stellen derzeit an sich keine große Gefahr dar“, erläuterte sie. „Das eigentliche Problem sind das Material und die fortschrittlichen Zentrifugen, von denen ich überzeugt bin, dass sie an verborgenen Standorten existieren.“

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Eine weitere Quelle mit profunden Kenntnissen in dieser Angelegenheit, deren Identität der „Telegraph“ nicht preisgab, ist überzeugt, dass die kritischen „Schwachstellen“ des iranischen Atomprogramms zumindest vorübergehend neutralisiert wurden. Diese Person bestätigte, dass ein erheblicher Teil des angereicherten Urans an alternative Standorte verlagert wurde, behauptete jedoch, dass diese Orte bekannt seien. Die beiden wissenschaftlichen Haupthindernisse – der Anreicherungsprozess selbst sowie die Herstellung von Atomwaffen – seien durch die Luftangriffe und die Tötung zahlreicher beteiligter Wissenschaftler „erheblich beeinträchtigt“ worden.

Israelische Operationen

Der Iran verfügt laut Shine über Tonnen von auf 25 Prozent angereichertem Uran, das ebenfalls auf waffenfähiges Niveau gebracht werden könnte, sofern entsprechende Zentrifugen zur Verfügung stehen. „Sie beherrschen diesen Prozess… es ist ihnen nicht fremd“, ergänzte die Expertin, die 2015 und 2016 mit Großbritannien und den USA am Abschluss des Atomabkommens mit dem Iran beteiligt war. Sie arbeitete auch am Gemeinsamen umfassenden Aktionsplan (JCPOA) mit, der von Barack Obama unterzeichnet und später von Donald Trump während seiner ersten Amtszeit aufgekündigt wurde.

Internationale Experten sind sich einig: Die Tatsache, dass der Iran bereits Uran auf 60 Prozent angereichert hat, stellt eine dramatische Verkürzung des Zeitfensters dar, das für die Herstellung einer Atombombe benötigt wird. In einer INSS-Konferenz in Tel Aviv betonten Sicherheitsexperten, dass der Iran „auf sehr kurzem Weg“ zur Atommacht sei, was sowohl für Israel als auch für die regionale Stabilität eine erhebliche Bedrohung darstellt.

Die anonyme Quelle warnt, dass das iranische Atomprogramm seit fast vier Jahrzehnten besteht, während Israel erst seit etwa zehn Tagen versuche, es vollständig zu demontieren. „Das Ziel ist eine hundertprozentige Zerstörung“, erklärte der Informant. „Haben wir die gesamte Arbeit erledigt? Nein. Aber wir haben bereits beträchtliche Fortschritte erzielt… wir haben es erheblich geschwächt.“ Auf die Frage nach zusätzlichen einsatzbereiten Zentrifugen an geheimen Standorten fügte die Quelle hinzu: „Wir verfügen über ein sehr präzises nachrichtendienstliches Lagebild. Ich behaupte nicht, dass wir alles erfassen, aber wir sehen sehr viel.“

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KO KOSMO-Redaktion
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