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Mikroplastik

Experten schlagen Alarm: Wir essen jede Woche eine Kreditkarte

Experten schlagen Alarm: Wir essen jede Woche eine Kreditkarte
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Unsichtbar, aber allgegenwärtig – Mikroplastik hat längst unseren Alltag infiltriert. Von Meeresfrüchten bis zum Honig: Die winzigen Partikel finden ihren Weg in unsere Nahrungskette.

Plastik ist ein nicht abbaubares Material, das durch Umwelteinflüsse wie Sonnenlicht, Wasser und Wind in immer kleinere Fragmente zerfällt, bis es kaum noch erkennbar ist. Besonders die Ozeane leiden unter dieser Verschmutzung. Meerestiere nehmen die winzigen Partikel auf, wodurch sich ein Teil davon in ihren Körpern ablagert.

Mikroplastik findet sich mittlerweile auch in Muscheln und Meersalz. Gerade Muscheln sind dabei problematisch, da sie zeitlebens Wasser filtern und die Schadstoffe anreichern. Die Mengen in Fisch und Meeresfrüchten variieren allerdings stark, da bislang keine standardisierten Analyseverfahren für die Lebensmittelüberwachung existieren. Aktuelle Forschungen zeigen, dass Mikroplastik zwar im essbaren Gewebe nachweisbar ist, jedoch in geringen und sehr ungleichmäßig verteilten Mengen.

Allgegenwärtige Belastung

Die schädlichen Partikel sind jedoch nicht nur im Meer, sondern auch an Land allgegenwärtig. Insbesondere Fertigprodukte enthalten oft erhebliche Mengen an Mikroplastik. Selbst in Naturprodukten wie Honig oder Bier lassen sich Plastikspuren nachweisen. Wissenschaftler fanden Mikroplastik inzwischen auch in Milch, Fleisch, Eiern, Obst, Gemüse, Reis, Salz, Zucker und Trinkwasser.

Die Kontamination erfolgt nicht nur durch Umweltverschmutzung, sondern häufig bereits während der Herstellung, Zubereitung oder Verpackung. Beispielsweise entstehen Kunststoffpartikel durch Abrieb in Salzmühlen oder von Deckeln. Moderne Nachweismethoden können inzwischen verschiedene Kunststofftypen wie Polyethylen und Polypropylen zuverlässig identifizieren und von natürlichen Partikeln unterscheiden.

Auch die Landwirtschaft trägt zur Problematik bei – sowohl durch Dünge- und Pflanzenschutzmittel mit Kunststoffanteilen als auch durch achtlos weggeworfene Plastikabfälle. Zudem schweben Mikroplastikpartikel in der Luft, die wir einatmen oder die sich auf Nahrungsmitteln absetzen.

Sobald Nahrungsmittel mit Kunststoff in Berührung kommen, ist eine Kontamination mit Mikroplastik wahrscheinlich. Häufig erfolgt die Aufnahme während Lagerung oder Transport.

Bei der Getränkeherstellung wird der Kunststoff PVPP (Polyvinylpolypyrrolidon) zur Filtration eingesetzt, wobei Experten vor möglichen Rückständen warnen. Naturtrübe Getränke hingegen weisen ein geringeres Risiko auf – es sei denn, bei ihrer Herstellung kamen Plastikutensilien zum Einsatz.

Gesundheitliche Folgen

Eine Untersuchung der Universität Newcastle schätzt die wöchentliche Mikroplastikaufnahme eines Menschen auf etwa fünf Gramm – vergleichbar mit dem Gewicht einer Kreditkarte. Eine Pilotstudie der Medizinischen Universität Wien aus dem Jahr 2018 wies in zehn Gramm menschlichem Stuhl durchschnittlich 20 Kunststoffpartikel nach.

Obwohl nur ein kleiner Teil der aufgenommenen Partikel im Körper verbleibt, können diese ins Gewebe eindringen und dort Entzündungen sowie gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen. Die medizinische Forschung zu diesen Auswirkungen steht allerdings noch am Anfang. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bewerten die toxikologischen Wirkungen auf den Menschen weiterhin als unzureichend erforscht und fordern weitere Untersuchungen.

Auch Heimtextilien wie Bettwäsche und Tischtücher tragen erheblich zur Mikroplastikbelastung in Wohnräumen bei. Durch den Abrieb synthetischer Fasern sammeln sich Kunststoffpartikel ähnlich wie Staub in unseren Häusern an.

Um die Mikroplastikbelastung in Lebensmitteln zu verringern, empfiehlt sich eine Reduzierung des Konsums von Meeresprodukten sowie der Verzicht auf plastikverpackte Waren. Küchenutensilien aus Kunststoff wie Schneidebretter oder Schüsseln sollten vermieden werden.

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Bei Textilien bieten Naturfasern eine Alternative zu synthetischen Materialien. Vakuumverpackte Produkte wie Reis oder Fleisch bergen ebenfalls ein erhöhtes Risiko.

Nicht zuletzt trägt umweltgerechte Müllentsorgung dazu bei, die Mikroplastikbelastung in unserer Nahrung zu senken.

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KO KOSMO-Redaktion
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