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Kinderschutzversagen

Fast 3.000 Fälle von Kindesmissbrauch in Österreich – nur 575 Verurteilungen

Fast 3.000 Fälle von Kindesmissbrauch in Österreich – nur 575 Verurteilungen
Symbolbild Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Fast 3.000 Fälle, aber nur 575 Verurteilungen: Neue Zahlen zum Kindesmissbrauch in Österreich lassen aufhorchen.

Eine parlamentarische Anfrage der FPÖ fördert alarmierende Zahlen zutage: Laut Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) wurden im Jahr 2025 insgesamt 2.969 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch registriert – denen lediglich 575 Verurteilungen gegenüberstehen. Besonders gravierend ist dabei, dass das Ministerium auf zentrale Fragen keine Antworten liefern konnte. Weder zu Beschlagnahmungen und der Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen noch zu innerfamiliären Fällen liegen demnach ausreichende Daten vor.

Angesichts der internationalen Dimension dieses Kriminalitätsbereichs erscheint auch die Zahl von lediglich 24 ausgewiesenen Rechtshilfeersuchen ins Ausland bemerkenswert gering. Auf den enormen Umfang der laufenden Ermittlungsarbeit verweisen mehr als 800 richterliche Überwachungsanordnungen.

Eckers scharfe Kritik

„Diese fast 3.000 Fälle sind eine erschütternde Bilanz und ein vernichtendes Zeugnis für den Kinderschutz in Österreich. Hinter jedem einzelnen Fall steht ein Kind, dessen Vertrauen, Sicherheit und oft auch dessen weitere Entwicklung schwer beschädigt wurden“, zeigt sich FPÖ-Frauensprecherin Rosa Ecker erschüttert. „Die entscheidende Frage lautet: Warum ist die Gewalt gegen Kinder weiterhin derart massiv, obwohl die Bundesregierung seit Jahren von Prävention, Gewaltschutz und Kinderschutz spricht?“

„Offensichtlich reichen Kampagnen, Arbeitsgruppen und Ankündigungen nicht aus“, kritisiert die freiheitliche Politikerin. „Entscheidend ist nicht, wie viele Maßnahmen auf dem Papier stehen, sondern ob Kinder dadurch tatsächlich besser geschützt werden.“

Millionenkosten für Opfer

„Neben dem unermesslichen Leid der betroffenen Kinder bleiben auch enorme Kosten für die Allgemeinheit. Allein die juristische Prozessbegleitung für 867 minderjährige Opfer kostete im Jahr 2025 rund 2,5 Millionen Euro. Diese notwendige Unterstützung zeigt, welche langfristigen Folgen jedes einzelne Verbrechen verursacht – für die Opfer, ihre Familien und letztlich für die gesamte Gesellschaft“, so Ecker.

Diese Mittel müssten selbstverständlich für die Betroffenen zur Verfügung stehen. „Der eigentliche Skandal ist, dass es der Politik nicht gelingt, Kinder frühzeitig und wirksam vor diesen Verbrechen zu schützen.“ Ecker erkennt klaren Handlungsbedarf: „Kinder brauchen konkreten Schutz statt ständig neuer Ankündigungen. Täter müssen rascher ausgeforscht, konsequent verfolgt und mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden.“

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KO KOSMO-Redaktion
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