In einem spanischen Luxushotel hat sich ein schwerwiegender Gesundheitsvorfall ereignet. Nach einer Mahlzeit im Vier-Sterne-Hotel „Izan Cavanna“ in La Manga del Mar Menor klagten über 100 Urlauber über Magen-Darm-Beschwerden. Unter den Erkrankten befinden sich besonders schutzbedürftige Personen: ein erst 15 Monate altes Baby und sieben weitere Kinder.
Für 20 Betroffene war der Zustand so ernst, dass sie in umliegende Krankenhäuser eingeliefert werden mussten, darunter auch eine Hochschwangere. Nach Angaben des Notfalldienstes 061 wurden alle Patienten ins Krankenhaus Santa Lucía gebracht. Die meisten konnten nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden, nur zwei Personen verblieben zur weiteren Beobachtung.
📍 Ort des Geschehens
Ein betroffener spanischer Gast machte seinem Ärger auf der Facebook-Seite des Hotels Luft. Seine im achten Schwangerschaftsmonat befindliche Frau musste mit heftigen Symptomen ins Krankenhaus gebracht werden. Trotz morgendlicher Benachrichtigung des Hotelpersonals erhielt er bis zum Nachmittag keinerlei Rückmeldung. Die persönlichen Habseligkeiten des Paares verblieben im Hotelzimmer, das sie wegen der plötzlichen Erkrankung überstürzt verlassen mussten.
Spanische Medien berichten von dramatischen Szenen vor Ort. Die Gesundheitsbehörden richteten ein provisorisches Feldlazarett auf dem Hotelgelände ein, um die Vielzahl der Erkrankten versorgen zu können. Einige Patienten wurden auf Bahren in den Korridoren behandelt, während andere Infusionen direkt in ihren Zimmern erhielten. Nach offiziellen Angaben erkrankten mehr als 100 der rund 800 Hotelgäste.
Salmonellen-Verdacht bestätigt
Der Fokus der Untersuchungen liegt auf dem Buffetrestaurant. Gesundheitsinspektoren haben Proben aus der Küche entnommen und den Betrieb vorläufig eingestellt. Die Gesundheitsbehörde der Region Murcia bestätigte inzwischen, dass erste mikrobiologische Laborergebnisse bei den hospitalisierten Patienten Salmonellen als Auslöser des Ausbruchs nachweisen. Mehrere erkrankte Gäste vermuten, dass ein bestimmtes Fischgericht oder mit Spinat gefüllte Ravioli vom Samstagsmenü die Ursache sein könnten.
Die Hotelküche bleibt bis auf Weiteres geschlossen und wird einer umfassenden Reinigung unterzogen. Die Verpflegung der verbliebenen Gäste übernimmt vorübergehend ein externes Cateringunternehmen, bis die hygienischen Standards wieder erfüllt sind.
Die Kommunikationspolitik des Hotels steht massiv in der Kritik. Zahlreiche Gäste beklagen zudem die chaotischen Zustände nach Ausbruch der Erkrankungswelle. Eine Mutter berichtet, dass ihre 15-jährige Tochter nach der Behandlung im Krankenhaus trotz anhaltender Dehydrierung entlassen wurde: „Wir haben sie später völlig geschwächt auf dem Parkplatz gefunden“. Ein weiterer Gast schildert, dass seine Begleiterin nach dem Mittagessen plötzlich erkrankte und seither ihr Zimmer nicht mehr verlassen konnte.
Frühere Beschwerden
Auf Bewertungsportalen wie TripAdvisor hatten Reisende bereits in der Vergangenheit Hygienemängel und minderwertige Verpflegung bemängelt. Eine Nutzerin verglich das Buffet mit „Schulkantinen-Niveau“ und kritisierte, dass trotz gebuchter Halbpension Getränke extra berechnet wurden. Eine besonders negative Bewertung erwähnt Kakerlaken im Badezimmer, unfreundliches Personal und veraltete, marode Einrichtungen.
Während sich die Situation vor Ort zuspitzte, blieb eine offizielle Stellungnahme des Hotels aus. Stattdessen wurden auf den Social-Media-Kanälen am Tag nach dem Vorfall Werbebeiträge für Cocktails und Mojitos veröffentlicht – ohne jeglichen Bezug zu den Erkrankungen. Neu anreisende Gäste berichten, dass sie am Sonntag keinerlei Informationen über den Vorfall erhielten und ebenfalls im Buffetrestaurant speisten, bevor dieses geschlossen wurde.
Die Behörden der Region Murcia haben inzwischen eine umfassende Untersuchung eingeleitet. Die vollständigen Ergebnisse der Laboranalysen und die endgültige Ursachenklärung werden in den kommenden Tagen erwartet.