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GROSSES ENTSETZEN

Fitnessstudios zu: Die Regierung rät zur Gartenarbeit

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(FOTO: iStock)

Aufgrund der Pandemie sind die Fitnessstudios zugesperrt. Noch ist unklar, wann alles wieder öffnet. Die Bundesregierung bietet eine Alternative an, nämlich Radfahren oder Gartenarbeit. Die Branche ist empört und die Zahl der Gartenbesitzer hält sich in Grenzen.

Die ganze Zeit zu Hause auf dem Sofa liegen ist auch nicht das wahre. So lautete die Botschaft einer Video-Kampagne der deutschen Bundesregierung. Weiteres sind Sie der Meinung, dass die Menschen genügend Bewegung bekommen. „Nach derzeitiger Datenlage besteht in Folge dieser Beschränkungen kein signifikanter Rückgang der körperlichen Aktivität“, berichtet die Welt.

Heißt das, dass Fitnessstudios unnötig sind?
Die Bundesregierung will deren Existenzberechtigung nicht absprechen: „Sportvereine und Fitnessstudios unterstützen mit ihren Angeboten die Bevölkerung dabei, regelmäßig und ausreichend körperlich aktiv zu sein und somit dem Risiko verschiedener physischer Erkrankungen und psychischer Beschwerden vorzubeugen“, heißt es in der Antwort.

Dem Ziel würden aber auch Aktivitäten im Alltag wie längere Spaziergänge, Fahrradfahren und Gartenarbeit dienen. Dabei hat jeder zweite Bürger in Deutschland einen eigenen Garten.

Die Betreiber der Fitnessstudios sind über die Alternative mehr als entsetzt. „Die Antwort ist bodenlos“, sagt Birgit Schwarze, Präsidentin des Arbeitgeberverbandes deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV), gegenüber der Welt. Die Studios widersprechen den Aussagen der deutschen Bundesregierung scharf.

Dadurch würde die Motivation zum Sport immer weiter sinken. „Alternative Trainingsformen wie Radfahren werden aktuell nur von knapp einem Viertel der Trainierenden tatsächlich praktiziert“, heißt es darin. Im Lockdown verschlechtert sich somit das körperliche Befinden.

Unterstützung erhält die Branche aus der Opposition. „Sinn und Wirkung von Sportvereinen und Fitnessstudios sind niemals vergleichbar mit Gartenarbeit und Spazierengehen“, so die sportpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Britta Dassler. Die Aussage der Bundesregierung machte viele fassungslos und viele bezeichnen sie als respektlos.

Ob die monatelange Sperrung gesundheitliche Folgen, wie Herzerkrankungen haben, wisse die Bundesregierung anscheinend nicht. „Die Branche verfügt über funktionierende Sicherheits- und Hygienekonzepte“, sagt DSSV. Die Betriebe haben zwischen dem ersten und zweiten Lockdown sofort reagiert und an Schutzmaßnahmen gesetzt. Die Kunden hatten mehr Platz zwischen den Geräten und außerhalb des Trainings galt Maskenpflicht. Dadurch reduziere sich die Ansteckungsrate stark.

Eins steht fest, die Fitnessstudios bleiben bis auf weiteres geschlossen. Wann es zu Lockerungen kommen wird, hängt von den Infektionszahlen ab.

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