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Jahrelanger Betrug

Frau zahlte 1,6 Millionen Euro an angeblichen Hellseher

Frau zahlte 1,6 Millionen Euro an angeblichen Hellseher
(FOTO: iStock/miriam-doerr)
2 Min. Lesezeit |

Eine Münchnerin wurde über Jahre hinweg um ihre Millionen gebracht – nun steht das Täterpaar vor Gericht. Der Prozess rund um einen vermeintlichen Hellseher, der eine Münchner Geschäftsfrau um eine Summe von fast 1,6 Millionen Euro erleichtert haben soll, beginnt heute vor dem Landgericht München II. Der 47-jährige Angeklagte gab sich als Medium aus, behauptete, Schande abwenden und das Wohlergehen ihrer Familie sichern zu können. Die Vorwürfe gegen ihn und seine 39-jährige Ehefrau wiegen schwer: gewerbsmäßiger Betrug in 62 Fällen seit 2011, wobei die Gerichtsverhandlung sich auf Ereignisse ab 2018 konzentriert.

Teure Rituale

Im Zentrum des Betrugs standen Ritualhandlungen, für die das Opfer angehalten wurde zu beten, während der Mann angeblich schützende Handlungen vollzog. Nach Informationen der Staatsanwaltschaft könnte das Paar auch Substanzen eingesetzt haben, die in das Wasser gemischt wurden und die Wahrnehmung der Geschäftsfrau beeinträchtigten. Des Weiteren manipulierte der Angeklagte das Opfer mit Behauptungen, ihr Ehemann wäre untreu – auch hierfür forderte er Geld, um Beweise für die angebliche Affäre zu liefern.

Jahrelange Ausbeutung

Die betrogene Frau fiel über Jahre hinweg dem manipulativen Verhalten des Paares zum Opfer, wobei die Anschuldigungen sich momentan auf die letzten fünf Jahre beschränken. Der Fall zeigt auf dramatische Weise, wie Aberglauben und Vertrauen kriminell ausgenutzt werden können. Mit dem heutigen Prozessauftakt stehen nun nicht nur die Taten des Paares zur Debatte, sondern auch die Methoden, mit denen sie ihre kriminellen Machenschaften über Jahre hinweg verborgen hielten.

Das Gerichtsverfahren wirft ein Schlaglicht auf das Geschäft mit dem Aberglauben, bei dem das Bedürfnis nach Sicherheit und Schutz schamlos ausgenutzt wird. Die Münchnerin, die durch die Hände des Paares massive finanzielle Einbußen erlitt, repräsentiert möglicherweise nur einen Fall von vielen. Während das Urteil erwartet wird, bleibt die Hoffnung, dass dieses Verfahren auch andere potenzielle Opfer sensibilisiert und zur Vorsicht mahnt.

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KO KOSMO-Redaktion
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