Vermeintliche Sicherheit auf dem Zebrastreifen entpuppt sich als trügerisch. Eine neue Studie zeigt, wie oft Autofahrer den Vorrang missachten – mit teils dramatischen Folgen.
Jedes achte Fahrzeug ignoriert Fußgänger am Zebrastreifen – zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt eine umfassende Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV). Bei der österreichweiten Untersuchung mit 6.400 dokumentierten Überquerungssituationen missachteten acht Prozent der Kraftfahrzeuge die Vorrangregeln, obwohl die Passanten deutlich zu erkennen gaben, den Schutzweg nutzen zu wollen.
Besonders beunruhigend: In zwei Prozent der beobachteten Fälle entwickelten sich gefährliche Konfliktsituationen. „Dabei handelt es sich um Situationen, die beinahe zu einem Unfall geführt hätten – etwa, wenn ein Zusammenstoß nur durch abruptes Abbremsen oder ein Ausweichmanöver verhindert werden kann“, erläutert Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV.
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Jährliche Unfallzahlen
Die am Montag veröffentlichten Daten belegen, dass Zebrastreifen ihren Namen oft nicht verdienen. Jährlich erleiden rund 3.500 Fußgängerinnen und Fußgänger Verletzungen im Straßenverkehr, davon etwa 30 Prozent (1.059 Personen) auf Schutzwegen.
Besonders gefährlich sind dabei ungeregelte Zebrastreifen, auf denen 598 Personen zu Schaden kommen. Im Durchschnitt sterben jedes Jahr elf Menschen auf Schutzwegen.
Auch für Kinder stellen Zebrastreifen ein erhebliches Risiko dar: Jährlich werden 185 Kinder dort verletzt, 114 davon auf Übergängen ohne Ampelregelung.