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Ganzjahresreifen im ARBÖ-Härtetest: Dieses Modell enttäuscht deutlich

Ganzjahresreifen im ARBÖ-Härtetest: Dieses Modell enttäuscht deutlich
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Zehn Ganzjahresreifen, zwei Jahreszeiten, ein klarer Sieger – der große Reifentest zeigt deutliche Unterschiede bei Schnee, Nässe und trockener Fahrbahn.

Der ARBÖ hat gemeinsam mit der „Auto Zeitung“, dem ACV und der GTÜ zehn Ganzjahresreifen der Dimension 225/45 R17 einem umfassenden Test unterzogen. Die Winterprüfungen wurden im Februar bei frostigen Temperaturen auf verschneiten Strecken in Nordschweden durchgeführt, die Nass- und Trockentests folgten im Mai unter sommerlichen Bedingungen in Spanien.

Pirelli vorne

In der Gesamtwertung setzte sich Pirelli an die Spitze, Continental belegte den zweiten Platz. Falken landete am Ende des Testfeldes. Besonders deutlich war Pirellis Abschneiden bei den Bremstests: Auf nasser Fahrbahn kam das Modell bei einer Vollbremsung aus 100 km/h einen Meter früher zum Stillstand als der zweitbeste Reifen von Continental. Im Trockenen betrug der Vorsprung auf Bridgestone sogar 1,3 Meter.

Unter winterlichen Bedingungen zeigte Michelin besonders starke Leistungen. Der CrossClimate erreichte laut Test eine Schneegriffigkeit, die auch im Vergleich mit klassischen Winterreifen hoch ausfällt. Auch Continental, Giti und Hankook erzielten auf Schnee sehr gute Ergebnisse. Bridgestone, Goodyear und Pirelli blieben beim Schneegrip dagegen hinter reinen Winterreifen zurück, ermöglichten aber dennoch eine sichere Fahrt auf verschneiten Strecken.

Deutlich schwächer schnitt Falken im Schnee ab. Als einziger Reifen im Test setzte das Modell auf ein asymmetrisches Profildesign statt auf die inzwischen verbreitete laufrichtungsgebundene Konstruktion. Laut ARBÖ ist mittlerweile ein Update erhältlich, das unter anderem für mehr Schneegrip sorgen soll.

Auch auf sommerlichen Straßen zeigten sich deutliche Unterschiede. Nokian überzeugte mit sehr guter Nasshaftung, verlor jedoch auf trockener Fahrbahn Punkte. Bridgestone zeigte dagegen im Trockenen eine starke Leistung, hatte aber Schwächen auf Nässe. Goodyear überzeugte bei Regen, fiel auf trockener Fahrbahn jedoch mit vergleichsweise langen Bremswegen auf. Giti rutschte trotz guter Eigenschaften im Schnee ans hintere Ende der Gesamtwertung.

Mehr als nur Fahrverhalten

Für die Bewertung spielten nicht nur Schnee, Nässe und trockene Fahrbahn eine Rolle. Untersucht wurden auch Energieeffizienz, Reifenabrieb, Geräuschemissionen und die prognostizierte Laufleistung. Dafür absolvierten die Reifen unter Laborbedingungen mehrere Tausend Kilometer auf einem Prüfstand.

Der Test zeigt zudem, dass einzelne Reifenlabel nur eingeschränkt Rückschlüsse auf die tatsächliche Gesamtleistung zulassen. So verfügen Pirelli und Giti bei der Nasshaftung jeweils über die Einstufung „A“, zeigten in den praktischen Fahrversuchen jedoch deutliche Unterschiede.

Praktischer Vorteil

Ganzjahresreifen sollen den Spagat zwischen winterlicher Kälte und sommerlichen Temperaturen schaffen. Gegenüber spezialisierten Winter- und Sommerreifen müssen dabei allerdings Kompromisse eingegangen werden. Der ARBÖ kommt dennoch zu dem Schluss, dass moderne Ganzjahresreifen inzwischen auch auf Schnee ein hohes Leistungsniveau erreichen.

Für Autofahrerinnen und Autofahrer bieten sie zudem den Vorteil, dass der saisonale Reifenwechsel entfällt. Wichtig für Österreich: Ganzjahresreifen dürfen bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen nur dann als Winterreifen verwendet werden, wenn sie über eine entsprechende Winterkennzeichnung wie „M+S“ oder das Schneeflockensymbol verfügen.

Testsieger wurde Pirelli vor Continental. Laut ARBÖ gelingt Pirelli derzeit der beste Kompromiss zwischen Schnee, Nässe und trockener Fahrbahn und das Modell gilt im aktuellen Test als Referenz im Ganzjahresreifen-Segment.

Den kompletten Test inklusive Tabelle findet ihr hier.

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KO KOSMO-Redaktion
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