Eine invasive Krabbe bedroht Italiens Küsten – doch die Antwort darauf ist so ungewöhnlich wie ehrgeizig.
Italiens Küstenregionen stehen seit Jahren unter dem Druck eines Umweltproblems, das sich zunehmend zur wirtschaftlichen Krise ausweitet. Die Blaukrabbe, eine invasive Art, die durch den Klimawandel begünstigt wird, breitet sich im Mittelmeer rasant aus und richtet in der heimischen Muschelindustrie erheblichen Schaden an. Allein im Po-Delta wurden mehr als 70 Prozent der Muschelernte durch die Krabben vernichtet. Die Gesamtschäden an der italienischen Muschel- und Fischereiindustrie werden auf mehr als 200 Millionen Euro beziffert.
Projekt „Octo-Blu“
Als Antwort auf die wachsende Bedrohung hat Italien das Projekt „Octo-Blu“ ins Leben gerufen. Bis Juni 2026 sollen insgesamt 150.000 junge Oktopusse in Küstengewässern ausgesetzt werden, darunter vor Riccione und Cesenatico. Da Oktopusse natürliche Fressfeinde der Blaukrabbe sind, setzt man darauf, dass sie nach dem Aussetzen in freier Natur überleben und langfristig zur Regulierung der Krabbenpopulation beitragen.
Kulinarische Verwertung
Parallel zu diesem biologischen Ansatz werden auch kulinarische Wege erprobt. Über Kochshows und ähnliche Initiativen soll die Blaukrabbe als Lebensmittel etabliert und in den Alltag der Verbraucher integriert werden.
Damit verfolgt Italien eine doppelte Strategie: ökologische Eindämmung auf der einen, wirtschaftliche Verwertung auf der anderen Seite.