Start News Panorama Gelebte Menschlichkeit: Pensionisten spenden 70.000 Euro für armutsgefährdete Bosnier
SOLIDARITÄT

Gelebte Menschlichkeit: Pensionisten spenden 70.000 Euro für armutsgefährdete Bosnier

Hilfe zur Selbsthilfe: Mit gebrauchten Traktoren möchte Heribert Hölz die Menschen in der Landwirtschaft unterstützen. (Foto: Heribert Hölz)

Seit 25 Jahren helfen Heribert und Ursula Hölz den hilfsbedürftigen Menschen aus Bosnien-Herzegowina, ungeachtet ihrer Religion oder Nation. Bei ihrem Bosnien-Besuch spendete das Ehepaar 70.000 Euro und Hilfsgüter.

Über 1.700 Kilometer hat das deutsche Ehepaar hinter sich gebracht, um die Spendensumme von 70.000 Euro an Familien in Bosnien-Herzegowina zu überreichen. Eine der Familien lebt in der Nähe von Sarajevo. Im Haushalt leben fünf Personen, die mit rund 200 Euro monatlich auskommen müssen. Heribert Hölz überbrachte der Familie eine Geldsumme und auch eine Kuh, die er ihnen gekauft hat. „Wie helfen allen ethnischen Gruppen. Viele Menschen sind abhängig von der Hilfe aus Deutschland. Es scheint, als ob diese Situation noch eine Zeit andauern wird„, so Hölz gegenüber bosnischen Medien. Er kümmerte sich darum, dass zahlreiche alte und kranke Menschen eine medizinische Versorgung erhalten. Die Essensausgabe an Bedürftige „Narodna kuhinja“ in Zenica unterstützte er mit 30.000 Euro. 2016 wurden mehr als 158.000 Euro nach Bosnien-Herzegowina überreicht.

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Bosnische Städte haben an die Verbrechen, die vor 25 Jahren gegen die Nichtserbische Bevölkerung in Prijedor verübt wurden, gedacht. Symbolisch wurde weiße Bänder getragen.

 

Bosnien-Herzegowina ist eines der korruptesten Länder der Welt. Der öffentliche Sektor verbraucht die Hälfte des Bruttosozialprodukts. 150 Minister füllten ihre Taschen, während ältere Menschen mit etwa 50 Euro überleben müssen. Dies kann nur Verachtung hervorrufen“, sagt Hölz. 1992, als der Krieg noch wütete, reiste Hölz zum ersten Man in das Krisenland. Die Bilder des Krieges haben ihn dazu bewegt zu helfen. Seit dem war er bereits zum 86. Mal in Bosnien-Herzegowina. Doch noch immer ist er erschüttert von den Zuständen dort. In den 25 Jahren, in denen sich der 74-jährige für Bosnier und Herzegowiner einsetzt, wurden rund drei Millionen Euro gesammelt und 100 LKWs mit Hilfsgütern verschickt. Ohne seine Frau Ursula hätte Heribert mit seiner Arbeit nicht so lange ausgeharrt. Ursula Hölz produzierte in den letzten 12 Jahren 60.000 Marmeladen-Gläser, der gesamte Erlös ging nach Bosnien-Herzegowina. Heribert Hölz ist der lebende Beweis, dass die Menschen in Bosnien-Herzegowina nicht vergessen werden dürfen. Zwar hat die Berichterstattung nach dem Krieg abgenommen, dennoch sind die Bürger des Landes mit enormen Problemen konfrontiert.