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Hässlichste Hauptstadt am Balkan? Dieses Ranking sorgt für Streit

Hässlichste Hauptstadt am Balkan? Dieses Ranking sorgt für Streit
FOTO: iStock/uskarp/SorinVidis
4 Min. Lesezeit |

Podgorica oder Skopje – der Balkan streitet um einen Titel, den niemand haben will, und die Argumente sind vernichtend.

Auf Reddit, wo sich Nutzer aus der gesamten Balkanregion auf dem Subreddit r/AskBalkans versammeln, sorgte kürzlich eine denkbar direkte Frage für regen Gesprächsstoff: Welche Hauptstadt des Balkans ist die hässlichste – und warum? Was folgte, war eine Lawine an Kommentaren, aus der sich zwei Städte als klare Anwärter auf diesen zweifelhaften Titel herauskristallisierten: Podgorica und Skopje.

Warum Podgorica als langweiligste Hauptstadt gilt

Den Vogel schoss dabei die montenegrinische Hauptstadt ab. Die Mehrheit der Nutzer war sich einig: Podgorica fehlt schlicht das Flair einer richtigen Hauptstadt. Einer der meistbewerteten Kommentare bezeichnete sie kurzerhand als „irgendeine zufällige Stadt“ – ein Urteil, das viele teilten.

Zur Erklärung verwiesen zahlreiche User auf die Geschichte der Stadt: Als ehemaliges Titograd wurde sie im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig dem Erdboden gleichgemacht, was ihr heutiges Erscheinungsbild erklärt – geprägt von sozialistischem Realismus und brutalistischen Wohnblöcken, die auf viele wenig einladend wirken. „Podgorica ist einfach schlecht. Die Menschen sind großartig, ich liebe dieses Land. Aber es ist die am wenigsten interessante Hauptstadt. Ehrlich gesagt ist Podgorica nur im politischen Sinne eine Hauptstadt – dort sitzt das Parlament und so weiter. In jeder anderen Hinsicht ist es eine Provinzstadt“, brachte es ein Nutzer auf den Punkt.

Skopjes Kitsch-Problem

Kaum besser kam Skopje weg. Im Mittelpunkt der Kritik steht das umstrittene Stadtentwicklungsprojekt „Skopje 2014″, dessen Kosten von ursprünglich veranschlagten 80 Millionen Euro auf geschätzte 500 bis 700 Millionen Euro explodierten. Ziel war es, der nordmazedonischen Hauptstadt eine „klassische“ Anmutung zu verleihen – doch Architekten und Stadtplaner quittierten das Ergebnis vielfach als „nationalistischen Kitsch“ und „Disneyfizierung“.

„Resort und Casino Caesars Palace – besser bekannt als Skopje“, kommentierte ein Nutzer trocken. Andere sprachen von einem „städtebaulichen Massaker“. Dabei, so der Tenor, wäre Skopje ohne diesen Eingriff eine Stadt wie jede andere aus dem ehemaligen Jugoslawien: „Wenn man das Massaker im Stadtzentrum ausblendet, sieht Skopje aus wie jede andere jugoslawische Stadt. Der einzige Lichtblick ist die alte Carsija – ansonsten ist es auf der einen Seite dystopisch und auf der anderen schlicht Balkan-Vorstadt.“

Auch größere Metropolen blieben nicht ungeschoren. Belgrad wurde für seine Fülle an brutalistischer Architektur kritisiert – „nicht schön im traditionellen Sinne“, wie es hieß –, wenngleich die Nutzer der serbischen Hauptstadt eine unvergleichliche Lebensenergie und eine dichte Caféhauskultur zugestanden. Athen spaltete die Gemüter: Wer die Schönheit der griechischen Hauptstadt pries, sah sich Kommentaren gegenüber, die auf ihre schiere Größe, den Schmutz und die extremen Kontraste zwischen malerischen Panoramen und trostlosen Straßenszenen hinwiesen. Zagreb schnitt ebenfalls nicht besonders gut ab – viele Städte Kroatiens, so der Befund, seien schlicht reizvoller.

Brutalistischer Tourismus

Bemerkenswert ist dabei, dass ausgerechnet jene Architektur, die im Balkan oft als Schandfleck gilt, anderswo auf wachsendes Interesse stößt. Der sogenannte „brutalistische Tourismus“ erlebt weltweit einen Aufschwung: Westliche Enthusiasten reisen gezielt nach Podgorica oder Skopje, um das modernistische Erbe des 20. Jahrhunderts zu dokumentieren – und empfinden es nicht als bedrückend, sondern als „heroisch“.

Unterdessen arbeiten die Stadtverwaltungen an ihrer Außenwirkung. Podgorica plant etwa einen neuen Museumsbezirk sowie die Gestaltung der Morača-Ufer, um das Image der Stadt vom grauen Betonklotz zur grünen Metropole zu wandeln. In touristischen Rankings landen dennoch regelmäßig Ljubljana und Sarajevo auf den vorderen Plätzen der charmantesten Balkanziele – während Podgorica und Skopje weiter darum ringen, ob sie als „verstecktes Juwel“ durchgehen oder den Titel der unattraktivsten Hauptstadt der Region für sich beanspruchen müssen.

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KO KOSMO-Redaktion
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