Ein Badetag an der dalmatinischen Küste endet für drei Personen im Krankenhaus – ein Meeresriese sorgt für Aufsehen.
Ort des Geschehens
An einem Strand nahe Kaštel Lukšić bei Split kam es am Montag zu ungewöhnlichen Zwischenfällen: Drei Personen – zwei Erwachsene und ein Kind – suchten nach Verletzungen beim Baden medizinische Hilfe auf. Die Wunden betrafen unter anderem Hände, Rücken und den Gesäßbereich und wurden als leicht eingestuft. Eine der verletzten Personen wurde zur weiteren Abklärung in eine chirurgische Notaufnahme überwiesen.
Als wahrscheinliche Ursache zumindest eines Teils der Vorfälle gilt eine Unechte Karettschildkröte – allerdings ist dies nicht in allen drei Fällen gesichert. Eine betroffene Person gab an, vermutlich von einer Schildkröte gebissen worden zu sein, eine weitere hielt einen Fisch für den Verursacher, und die dritte hatte das Tier gar nicht wahrgenommen. Videoaufnahmen und Berichte aus dem Bereich zeigen jedoch eine große Meeresschildkröte, die sich wiederholt in auffälliger Nähe zu Badegästen aufhielt.
Seltene Ausnahme
Die Unechte Karettschildkröte ist auch in der Adria heimisch und kann beachtliche Ausmaße erreichen. Angriffe auf Menschen gelten als äußerst seltene Ausnahme. Im vorliegenden Fall vermuten Experten, dass das Tier möglicherweise unter Stress stand, sich bedrängt fühlte oder durch wiederholten Kontakt mit Menschen und Fütterung sein natürliches Scheu-Verhalten verloren hat.
Badegäste werden daher ausdrücklich davor gewarnt, die Schildkröte zu berühren, zu füttern, einzukreisen oder für Fotos festzuhalten. Sollte sich eine Schildkröte ungewöhnlich nähern, empfehlen Fachleute, ruhig und ohne Hektik Abstand zu nehmen und dem Tier einen freien Weg in Richtung offenes Meer zu ermöglichen. Im Zweifelsfall sollte das Wasser verlassen und andere Badegäste sollten gewarnt werden.
Das absichtliche Verfolgen oder Belästigen der Tiere ist in Kroatien verboten – Meeresschildkröten stehen dort unter strengem gesetzlichen Schutz.
Ärztliche Abklärung
Auch vermeintlich harmlose Bisswunden sollten mit sauberem Wasser gespült und ärztlich abgeklärt werden, da neben der unmittelbaren Verletzung auch das Infektionsrisiko zu berücksichtigen ist. Besondere Vorsicht gilt bei Kindern, älteren Personen sowie bei tiefen Wunden – in diesen Fällen sollte ohne Verzögerung medizinische Hilfe aufgesucht werden. Rettungsärztin Antonija Zanic betonte, dass ein solcher Biss nicht wie eine gewöhnliche oberflächliche Schramme behandelt werden sollte.
Urlauber sind angehalten, den Tieren gegenüber respektvoll zu bleiben, ausreichend Abstand zu wahren und auffälliges Verhalten den zuständigen Behörden oder dem Rettungsdienst vor Ort zu melden.