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Gerichtsurteil

Handy als Schweigegeld: So lockte Stiefvater (39) Mädchen in Missbrauchsfalle

Handy als Schweigegeld: So lockte Stiefvater (39) Mädchen in Missbrauchsfalle
Symbolbild FOTO: iStock
2 Min. Lesezeit |

Digitale Privilegien als Druckmittel: Ein 39-Jähriger soll seine Stieftochter systematisch missbraucht haben. Erst nach zwei Jahren brach das Kind sein Schweigen.

Am Donnerstag stand ein 39-jähriger Mann mit afghanischen Wurzeln vor Gericht, dem schwerer sexueller Missbrauch seiner Stieftochter zur Last gelegt wurde. Laut Anklage hatte er dem Kind mehr Zeit am Handy und Computer gewährt, um im Gegenzug wiederholt übergriffig zu werden. Der Fall kam erst ans Licht, als sich die Schülerin ihrer Großmutter anvertraute. Der Beschuldigte, der mit der Mutter des Mädchens ein gemeinsames Kind hat und für die heute 13-Jährige eine Bezugsperson war, bestritt die Vorwürfe vehement und bezichtigte das Opfer der Lüge. Seine Verteidigerin war Rechtsanwältin Ina-Christin Stiglitz, die für ihre kämpferischen Verteidigungsstrategien in aufsehenerregenden Strafprozessen bekannt ist.

Der Angeklagte beteuerte während der Verhandlung seine Unschuld: „Ich habe nichts gemacht.“ Seine Anwältin Stiglitz verwies auf Unstimmigkeiten in den Aussagen des Mädchens, besonders hinsichtlich der Häufigkeit der mutmaßlichen Übergriffe. Die Staatsanwaltschaft entgegnete laut ORF, solche Abweichungen seien angesichts des langen Tatzeitraums von über zwei Jahren „menschlich“.

Emotionale Verhandlung

Die Emotionen im Gerichtssaal kochten hoch, als der Onkel des Opfers ausrief: „Ich ertrage das nicht mehr, das ist ekelhaft.“ Er musste daraufhin den Saal verlassen. Trotz eines engagierten Plädoyers der Verteidigerin, die einen Freispruch im Zweifel forderte, fällte der Senat am Nachmittag sein Urteil: Der Mann wurde zu fünf Jahren unbedingter Haft verurteilt.

Der Verurteilte legte umgehend Berufung ein, wodurch das Urteil noch nicht rechtskräftig ist.