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Pater Protz

HEILIGE HUBRAUM: Kroatischer Franziskaner im Burgenland kauft sich Luxusauto

Franziskaner_Audi_Q8
FOTO: Hrvatske novine

Unruhe herrscht im kroatischen Dekanat im Burgenland. Ein Franziskaner-Pater hat sich kürzlich einen neuen Audi Q8 zugelegt und sorgt damit für heftige Debatten. Der luxuriöse Wagen, dessen Wert je nach Ausstattung zwischen 74.000 und 120.000 Euro liegt, wird von dem Pater mit Stolz gefahren – sehr zum Unmut vieler Gläubiger.

In Zeiten wachsender Armut und steigender Lebenshaltungskosten empfinden viele Gläubige den Luxuswagen des Paters als unangemessen. Kritiker verweisen auf das Gelübde der Armut, das der Franziskaner abgelegt hat, und fragen sich, wie ein so teures Fahrzeug mit diesem Versprechen vereinbar ist. Besonders in den Pfarren wird die Diskrepanz zwischen der Lebensweise des Paters und den Grundsätzen des Ordens scharf kritisiert.

Kritik an Prunk und Protz im Klerus

Die Diskussion über den „Luxusschlitten“ erreichte durch Berichte in „Hrvatske Novine eine breite Öffentlichkeit. Skeptiker erinnern daran, dass Papst Franziskus seit Beginn seines Pontifikats eine bescheidene Kirche fordert. Der Papst selbst nutzt einen Fiat, der rund 15.000 Euro kostet, wenn er den Vatikan verlässt. „Diesem Beispiel sollten alle Geistlichen folgen“, betonen viele Kritiker und weisen darauf hin, dass der Pater mit seinem Audi Q8 im krassen Widerspruch zu den Werten steht, die Papst Franziskus predigt und lebt.

Diözese bleibt zurückhaltend

Die Diözese Eisenstadt, unter deren Zuständigkeit das kroatische Dekanat fällt, reagierte zurückhaltend auf die Vorwürfe. Ein Sprecher der Diözese erklärte kurz: „Das ist kein Auto der Diözese.“ Damit machte er deutlich, dass der Pater eigenverantwortlich für den Kauf des Wagens ist. Weitere Stellungnahmen wurden nicht abgegeben, und der Pater selbst war für Kommentare nicht erreichbar.

Inmitten der Diskussion gerät fast in Vergessenheit, dass im Zentrum der katholischen Feierlichkeiten derzeit das Hochfest Fronleichnam steht. Dieses Fest, das am zweiten Donnerstag nach Pfingsten begangen wird, erinnert an die Gegenwart Christi in der Hostie und betont den Kern des Glaubens. Doch der „Luxusschlitten“ des Paters lenkt die Aufmerksamkeit vieler Gläubiger auf materielle Fragen und wirft ein Schlaglicht auf die Spannungen zwischen gelebter Bescheidenheit und wahrgenommenem Luxus im kirchlichen Alltag.

Die Kontroverse um den Audi Q8 des Franziskaners zeigt, wie sensibel das Thema Luxus und Bescheidenheit in der Kirche behandelt wird und wie stark das Verhalten einzelner Geistlicher die Gläubigen beeinflussen kann. Während einige die Debatte als viel Lärm um nichts abtun, bleibt die Frage bestehen, wie ein Gelübde der Armut mit dem Besitz eines solch teuren Fahrzeugs vereinbar ist.