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Zeugnistag

Heute beginnen für 478.000 Schüler die Sommerferien

Heute beginnen für 478.000 Schüler die Sommerferien
FOTO: iStock/oksix
4 Min. Lesezeit |

Während 478.400 Schüler in Ostösterreich heute ihre Zeugnisse erhalten, schwanken die Gefühle zwischen Ferienfreude und Nachprüfungssorgen. Experten geben Rat für den Umgang mit schlechten Noten.

Endlich ist es soweit: Das Schuljahr neigt sich dem Ende zu und die langersehnten Sommerferien beginnen. In Wien erhalten heute 245.000 Schülerinnen und Schüler ihre Zeugnisse, in Niederösterreich sind es 200.000 und im Burgenland 33.400. Für 1.600 Lehrkräfte in Wien geht zudem ihr erstes Schuljahr zu Ende. Die Wiener Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) und Bildungsdirektorin Elisabeth Fuchs besuchen anlässlich des Schulschlusses die GTVS (Ganztägige Volksschule) am Bildungscampus Sonnwendviertel in Wien-Favoriten.

„Die Wiener Schülerinnen und Schüler haben in diesem Schuljahr wieder Beeindruckendes geleistet – dafür verdienen sie großen Respekt. Jetzt dürfen sie sich eine wohlverdiente Auszeit gönnen! Mein Dank gilt ebenso den engagierten Pädagoginnen und Pädagogen, die tagtäglich mit Herz und Fachkompetenz dafür sorgen, dass junge Menschen das Rüstzeug für ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben erhalten. Ein herzliches Dankeschön auch an die Schulleitungen und das gesamte Schulpersonal – ihr Einsatz ist für unsere Gesellschaft von großer Bedeutung. Jetzt heißt es vor allem: durchatmen und den Sommer genießen“, meint Bildungsdirektorin Fuchs.

Auch die niederösterreichische Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister zieht ein positives Resümee: „Die rund 22.200 Pädagoginnen und Pädagogen waren unermüdlich im Einsatz und haben Großartiges geleistet, ihr Engagement widmet sich ausschließlich dem Wohl der Kinder“, so Teschl-Hofmeister. Im Burgenland beginnt für mehr als 33.400 Schüler und fast 4.300 Lehrkräfte ab Freitag die Erholungsphase. Laut ORF schließen drei Standorte endgültig ihre Pforten: Das Marianum Steinberg sowie die Volksschulen Limbach und Moschendorf öffnen nach diesem Schuljahr nicht mehr. Die Mittelschule Pamhagen konnte nach Protesten der Eltern eine Schließung abwenden.

Doch nicht alle Familien blicken den Ferien unbeschwert entgegen – unabhängig vom Bundesland. Manch ein „Nicht Genügend“ bedeutet im Herbst eine Nachprüfung. Diese Situation belastet Kinder wie Eltern: „In den Beratungen hören wir aktuell sehr oft von Kindern und Jugendlichen, dass sie Angst haben, den Eltern die schlechten Nachrichten zu überbringen und wir überlegen gemeinsam, wie sie es ihnen am besten sagen können“, erklärt Birgit Satke, Leiterin des Beratungsteams von Rat auf Draht.

Laut aktuellen Daten des Bildungsministeriums müssen österreichweit rund 7,5 Prozent aller Schülerinnen und Schüler zu mindestens einer Nachprüfung antreten. Die Quote liegt in der AHS-Oberstufe mit etwa 12 Prozent deutlich höher als in Volksschulen, wo sie bei knapp 3 Prozent liegt. In den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) sind es durchschnittlich 10 Prozent. Besonders kritisch bleibt die Situation in Mathematik, wo die Durchfallquote auch nach Einführung der neuen standardisierten Matura noch bei knapp 14 Prozent liegt.

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Umgang mit Schulnoten

Auch Eltern stehen vor einer Herausforderung: „Sie wollen nicht, dass das Kind die Motivation fürs Lernen ganz verliert und versuchen optimistisch zu sein, sind aber oft auch selbst innerlich enttäuscht oder verunsichert wegen der negativen Note“, erklärt Barbara Binder, Psychotherapeutin und Beraterin bei elternseite.at.

Zunächst ein wichtiger Hinweis: „Schlechte Noten sagen nichts über die tatsächliche Intelligenz oder die Fähigkeiten Ihres Kindes aus. Sie sind vielmehr ist es eine Momentaufnahme“, sagt Binder. Ein oder mehrere Fünfer im Zeugnis bedeuten nicht, dass der Nachwuchs diese Leistung nicht künftig verbessern kann. Selbst ein „Nicht Genügend“ im Jahreszeugnis führt nicht automatisch zur Wiederholung des Schuljahres. Die Nachprüfung im Herbst bietet die Chance, die Note zu verbessern.

„Achten Sie aber darauf, dass Ihr Kind genug Pause bekommt, bevor es mit dem Lernen für die Nachprüfung beginnt. Ferien sollten auch zur Erholung da sein. In letzter Minute unter Stress und Zeitdruck sollte aber nicht gepaukt werden“, so Binder.

Trotz enttäuschender Ergebnisse haben sich die meisten Kinder angestrengt und sind selbst mit der Situation unzufrieden. Satke bestätigt aus ihrer Beratungserfahrung: „Die Kinder sind keineswegs faul und ihnen sind schlechte Noten nicht egal. Im Gegenteil, sie machen sich große Gedanken, wie es nun weitergeht und ob sie etwa die Nachprüfung schaffen“. Eltern sollten daher die Bemühungen ihrer Kinder anerkennen.

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KO KOSMO-Redaktion
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