Eine Stimme, die ganze Generationen geprägt hat, ist für immer verstummt. Die kroatische Musikwelt trauert.
Goran Bare ist tot. Der Frontmann der kroatischen Kultband Majke wurde heute gegen 13 Uhr leblos in seiner Wohnung aufgefunden. Die Bandmitglieder Mario Rasic und Alen Tibijas bestätigten den Tod des Musikers, der mit seiner rauen Stimme und seinen eindringlichen Texten ganze Generationen geprägt hat.
Der Befund trifft die kroatische Musikszene mit voller Wucht – und das nur kurze Zeit nach einem beunruhigenden Zwischenfall: Bei einem Konzert in Makarska hatte Bare den Auftritt abbrechen müssen und war von der Bühne gebracht worden. Majke hatten daraufhin eine zweimonatige Pause angekündigt. Dass es das letzte Kapitel sein würde, ahnte damals wohl niemand.
Majkes Anfänge
Bare hatte die Band Majke 1984 ins Leben gerufen und sie zu einem der prägendsten Ensembles des kroatischen Rocks geformt. Das Debütalbum „Razum i bezumlje“, 1990 erschienen, setzte früh einen Maßstab – inhaltlich wie musikalisch. Die folgenden Jahre brachten Hochs und tiefe Einschnitte: Der Tod mehrerer Bandmitglieder bei einem Unfall riss Lücken, die sich nicht einfach schließen ließen. Bare machte dennoch weiter, formierte die Band neu und schuf mit Alben wie „Razdor“ und „Vrijeme je da se krene“ weitere Meilensteine.
Neustart & Reunion
Als Majke um die Jahrtausendwende auseinanderbrachen, gründete Bare das Projekt Goran Bare & Placenici – ein neues Kapitel, das seine künstlerische Unruhe unter Beweis stellte. 2007 folgte die Wiedervereinigung von Majke, und 2011 erschien mit „Teske boje“ ein Album, das den gleichnamigen Hit hervorbrachte und einmal mehr zeigte, dass Bare nichts von seiner Strahlkraft verloren hatte.
Für die kroatische Community in Österreich bedeutet sein Tod mehr als den Verlust eines Musikers. Bares Werk war für viele ein Stück Heimat – in Texten, die nicht beschönigten, und in einer Stimme, die man nicht vergisst.