Mobbing, Hänseleien und schließlich ein sexueller Übergriff: In einem Tiroler Internat eskalierte die Gewalt zwischen Zimmerkollegen. Die Polizei ermittelt gegen zwei Jugendliche.
In einem Tiroler Internat im Bezirk Schwaz kam es zu einem gravierenden Vorfall: Zwei minderjährige Schüler sollen einen gleichaltrigen Mitbewohner sexuell genötigt haben. Die Ermittlungen der Polizei laufen derzeit. Der Vorfall ereignete sich bereits einige Wochen vor seiner offiziellen Bekanntmachung am 22. Mai, als der Schuldirektor bei der Polizei Anzeige erstattete.
Die Vorgeschichte des Vorfalls reicht jedoch weiter zurück. Die beiden beschuldigten Jugendlichen, die das Strafmündigkeitsalter von 14 Jahren bereits erreicht haben, teilten sich mit dem Opfer und einem weiteren Schüler ein Zimmer im Internat. Laut Polizeisprecher Christian Viehweider begannen die Beschuldigten zunächst damit, ihren Zimmerkollegen systematisch zu mobben und zu hänseln.
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Eskalation des Mobbings
„Die Intensität der Hänseleien bzw. des Mobbings habe laufend zugenommen“, erklärte Viehweider, bis die Situation schließlich eskalierte. Der Übergriff, der als „geschlechtliche Nötigung“ eingestuft wird, soll im gemeinsamen Internatszimmer stattgefunden haben. Nach dem Strafgesetzbuch bezeichnet dieser Tatbestand die Anwendung von Gewalt oder gefährlicher Drohung, um eine Person zu sexuellen Handlungen zu zwingen oder diese zu dulden.
Schulische Konsequenzen
Der Fall wurde offenbar aufgedeckt, weil der vierte Zimmerbewohner, der an den Übergriffen nicht beteiligt war, den Vorfall meldete. Die Schulleitung reagierte mit einer Anzeige bei der Polizei. „Die Erhebungen sind noch im Gang“, teilte der Polizeisprecher mit.
Für die beiden mutmaßlichen Täter hatte der Vorfall unmittelbare Konsequenzen – sie wurden umgehend von der Schule suspendiert. Der Direktor der betroffenen Bildungseinrichtung wollte auf Nachfrage der „Krone“ keine Stellungnahme zu den Vorfällen abgeben.
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Weitere Fälle in Tirol
Der aktuelle Fall ist leider kein Einzelfall. In den vergangenen Monaten wurden in Tirol mehrere ähnliche Vorfälle bekannt, darunter ein besonders schwerwiegender Fall bei einem Jugendlager, bei dem drei Zwölfjährige einen Gleichaltrigen sexuell missbraucht haben sollen. Auch hier laufen die Ermittlungen des Landeskriminalamts Tirol, und auch in diesem Fall wurden die betroffenen Schüler von ihrer Bildungseinrichtung suspendiert.
Die Behörden halten sich aus Opferschutzgründen mit weiteren Details zu den laufenden Ermittlungen zurück. Die Bildungsdirektion Tirol hat in vergleichbaren Fällen neben disziplinarischen Maßnahmen auch die Schulpsychologie zur Betreuung der Betroffenen hinzugezogen und die Kinder- und Jugendhilfe informiert, um eine angemessene Unterstützung der Opfer zu gewährleisten.
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