Start News Chronik „Hirnfressende“ Amöbe im Trinkwasser gefunden
PARASITENPLAGE

„Hirnfressende“ Amöbe im Trinkwasser gefunden

(FOTOS: CDC, iStock)

In der Wasserversorgung der texanischen Stadt Lake Jackson wurden lebensgefährliche Mikroben entdeckt. Bewohner von insgesamt acht Gemeinden durften vorübergehend kein Leitungswasser benutzen.

In den USA scheinen gleich mehrere Ortschaften von einer lebensbedrohlichen Amöben-Plage betroffen zu sein. Bereits vor zwei Wochen wurde ein Fall bekannt, bei dem ein 13-jähriger Bub im US-Bundesstaat Florida von einer fleischfressenden Amöbe befallen wurde und kurz darauf starb (KOSMO berichtete). Dies scheint kein Einzelfall gewesen zu sein.

Bei dem Parasiten handelt es sich um die hirnfressende Amöbe (Naegleria fowleri). Er soll sich vor allem in stehenden, warmen Gewässern vermehren und normalerweise ungefährlich sein, so Experten. Gelangt er jedoch durch die Nase in den Körper des Menschen bis zum Gehirn, dringt er dort ein und befällt dieses. Fast immer endet die Infektion für den Befallenen tödlich. US-Behörden haben den Erreger nun auch in der öffentlichen Trinkwasserversorgung in Texas nachgewiesen.

Betroffen waren zunächst acht Gemeinden des Bundesstaates. Die Bewohner wurden aufgefordert, Leitungswasser nur zum Spülen der Toilette zu benutzen. Inzwischen konnten die Behörden einen Großteil des öffentlichen Wassersystems desinfizieren. Mittlerweile gilt die Warnung nur noch für die Stadt Lake Jackson mit knapp 27.000 Einwohnern.

Keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung
Naegleria fowleri ist besonders in Gewässern und Böden der Subtropen und Tropen verbreitet und überlebt nur in warmem Süßwasser. Der Erreger ist nicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Laut US-Gesundheitsbehörde CDC infizieren sich Betroffene in der Regel beim Baden oder Tauchen, wenn kontaminiertes Wasser in die Nase gelangt. Wandert die Amöbe ins Gehirn, kann sie sort lebensgefährliche Entzündungen auslösen. Weil dabei Gewebe zerstört wird, ist Naegleria fowleri auch als „hirnfressende“ Amöbe bekannt.

Doch nicht nur in den USA hat die Bevölkerung mit lebensgefährlichen Parasiten zu kämpfen. Erst kürzlich berichtete KOSMO auch von tödlichen Bakterien und fleischfressenden Würmern in Europa.