Schockwelle in Hollywood: Der renommierte Filmemacher Rob Reiner und seine Frau Michele wurden erstochen in ihrer Villa aufgefunden. Die Ermittlungen führen in unerwartete Richtung.
Der Filmemacher Rob Reiner und seine Frau Michele Singer wurden am Sonntagnachmittag tot in ihrem Anwesen im noblen Stadtteil Brentwood in Los Angeles aufgefunden. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus – beide Opfer wiesen Stichwunden auf.
Ein Mitarbeiter des Regisseurs entdeckte die leblosen Körper gegen 15:40 Uhr und alarmierte umgehend die Rettungskräfte. Wie Margaret Stewart von der Feuerwehr Los Angeles mitteilte, wurde zunächst nur ein medizinischer Notfalleinsatz registriert. Für das Ehepaar kam jedoch jede Hilfe zu spät.
Polizeieinheiten sperrten daraufhin die Chadboure Avenue weiträumig ab. Ein Augenzeuge berichtete dem Sender ABC7, dass der Schauspieler Billy Crystal – ein enger Freund Reiners – am weihnachtlich geschmückten Haus eingetroffen sei und nach kurzem Aufenthalt sichtlich erschüttert das Anwesen wieder verlassen habe.
Nach Informationen der Los Angeles Times gibt es keine Anzeichen für ein gewaltsames Eindringen in die Villa. Die Ermittler haben bereits ein Familienmitglied befragt.
⇢ Verbranntes Auto, große Fragen – und plötzlich klickten die Handschellen
Am Abend bestätigte ein Sprecher der Familie den tragischen Vorfall: „Mit tiefer Trauer müssen wir das tragische Ableben von Michele und Rob Reiner bekannt geben. Unsere Herzen sind durch diesen plötzlichen Verlust gebrochen und wir bitten um die Wahrung unserer Privatsphäre während dieser unglaublich schwierigen Zeit!“
Reiners Karriere
Rob Reiner, Sohn der Regie-Legende Carl Reiner, erlangte zunächst als Darsteller des Michael „Meathead“ Stivic in der Sitcom „All in the Family“ Bekanntheit. Seine Leistung brachte ihm zwischen 1971 und 1978 zwei Emmy Awards und fünf Golden-Globe-Nominierungen ein.
In den 1980er Jahren wandte er sich der Regie zu und schuf mit „This Is Spinal Tap“ eine wegweisende Mockumentary. Es folgten Kinoerfolge wie „Stand By Me“ (1986), „Die Braut des Prinzen“ (1987), „Misery“ (1990) und „Eine Frage der Ehre“ (1992), „Hallo, Mr. Präsident“ (1995) und „Das Beste kommt zum Schluss“ (2007).
Sein Film „Harry und Sally“ gilt vielen als Meilenstein des romantischen Komödiengenres. Am Set lernte er auch seine spätere Ehefrau Michele Singer kennen, die als Fotografin arbeitete. Das Paar heiratete 1989 und bekam drei Kinder: Jake, Nick und Romy. Zuvor war Reiner mit der 2018 verstorbenen Schauspielerin und Regisseurin Penny Marshall verheiratet, mit der er ein Kind adoptierte.
Sohn als Verdächtiger
Die New York Post berichtet, dass die Polizei den 32-jährigen Sohn Nick Reiner als „Person von Interesse“ einstuft. Nick hatte in der Vergangenheit offen über seine Suchtprobleme gesprochen. 2016 verfasste er das teilweise autobiografische Drehbuch zu „Being Charlie“, das sein Vater verfilmte.
In einem Interview mit dem Magazin People enthüllte Nick, dass er bereits mit 15 Jahren erstmals in einer Entzugsklinik behandelt wurde und aufgrund seiner Drogenabhängigkeit zeitweise obdachlos war. „Ich war obdachlos in Maine, ich war obdachlos in New Jersey und ich war obdachlos in Texas“, erinnerte sich Nick. „Ich verbrachte Nächte auf der Straße, mehrere Wochen lang. Es hat keinen Spaß gemacht.“
Bis 2013 habe er insgesamt 18 Rehabilitationsaufenthalte hinter sich gebracht. Bei der Veröffentlichung von „Being Charlie“ äußerte er die Hoffnung, clean zu bleiben.
„Als ich da draußen war, hätte ich sterben können. Es ist alles Glück. Du würfelst und hoffst, dass du es schaffst.“