Auszug mit 25, Rückkehr mit 45 – ein Wohntrend in Österreich zeigt, wie eng die Bindung ans Elternhaus wirklich ist.
Dass das sogenannte „Hotel Mama“ bei jungen Menschen nach wie vor hoch im Kurs steht, belegt eine aktuelle Erhebung eindrücklich: Mehr als ein Viertel der Bevölkerung teilt den Haushalt mit einem oder beiden Elternteilen. In Österreich erfolgt der Auszug aus dem Elternhaus bei den meisten jungen Erwachsenen Mitte zwanzig. Konkret liegt das durchschnittliche Auszugsalter bei Männern bei 26,1 Jahren und bei Frauen bei 24,4 Jahren. Damit bewegt sich Österreich nahe am EU-Durchschnitt von 26,2 Jahren.
Wie aus Daten der Statistik Austria für das vergangene Jahr hervorgeht, lebte jeder vierte 25- bis 29-Jährige noch im elterlichen Zuhause. Bei Personen jenseits der 30 sinkt dieser Anteil auf zehn Prozent – wobei Männer in dieser Gruppe deutlich häufiger vertreten sind als Frauen.
Rückkehr ins Elternhaus
Bemerkenswert ist zudem eine Entwicklung, die sich über die vergangenen zwei Jahrzehnte abzeichnet: Immer mehr Männer und Frauen im Alter ab 45 Jahren kehren wieder ins Elternhaus zurück. Der Gesamtanteil bleibt mit 1,5 Prozent zwar nach wie vor gering, doch auch in dieser Altersgruppe sind es vorwiegend Männer, die den Weg zurück antreten.
Warum das so ist, geht aus der Statistik nicht hervor – allerdings deuten verschiedene Studien darauf hin, dass Frauen früher nach Eigenständigkeit streben, während Männern die Loslösung vom Elternhaus schwerer fällt und sie bei Schwierigkeiten eher dorthin zurückfinden.