Ein eingewachsenes Haar nach der Rasur – und plötzlich kämpft eine 28-Jährige ums Überleben. Ihr Fall ist eine Warnung.
Was wie ein gewöhnlicher Rasiertag begann, endete für Christy Collins beinahe tödlich. Die 28-jährige Content-Creatorin aus Bournemouth in Dorset bemerkte im August eine zunächst unscheinbare Schwellung in ihrer Bikinizone – ausgelöst durch ein eingewachsenes Haar nach der Rasur. Was sie anfangs als Kleinigkeit abtat, entwickelte sich innerhalb weniger Tage zu einer massiven, hochgradig infizierten Gewebemasse von der Größe eines iPhone 16 Pro Max.
Kampf ums Überleben
Ihr Zustand verschlechterte sich rasant. Die Entzündung griff so weit um sich, dass Collins kaum noch gehen konnte und schließlich das Bewusstsein verlor. Trotz dieser alarmierenden Symptome zögerte sie, ärztliche Hilfe zu suchen – erst eine Freundin drängte sie schließlich dazu, ins Krankenhaus zu fahren. Eine Entscheidung, die ihr Leben rettete.
Dort wurde umgehend eine Sepsis (Blutvergiftung) diagnostiziert. Die Ärzte machten ihr unmissverständlich klar: Hätte sie noch einen weiteren Tag gewartet, hätte die Infektion tödlich enden können. In einer rund einstündigen Notoperation wurde das infizierte Gewebe entfernt.
Verlorene Unabhängigkeit
Fünf Tage verbrachte Collins im Krankenhaus – und kämpft seither mit den Folgen. Die zurückgebliebene Wunde erfordert weiterhin tägliche medizinische Versorgung, bei grundlegenden Alltagsverrichtungen ist sie auf die Hilfe ihrer Mutter angewiesen. „Mit 28 habe ich meine Unabhängigkeit verloren. Ich bin auf meine Mutter angewiesen wie ein Baby, obwohl ich es gewohnt bin, alles selbst zu machen“, schildert sie ihre Situation.
Medizinische Warnung
Ihre Erfahrung macht Collins nun öffentlich – als eindringliche Warnung. „Der Gedanke, dass mich das Rasieren hätte umbringen können, ist schrecklich“, sagt sie. Eine Krankenschwester habe ihr im Krankenhaus erklärt, solche Fälle kämen häufiger vor als man denke, und dringend davon abgeraten, die Bikinizone überhaupt zu rasieren.
Der britische Gesundheitsdienst NHS weist ausdrücklich darauf hin, dass eingewachsene Haare häufiger in rasierten Bereichen wie der Schamregion auftreten. Bei starken Schmerzen, Hitze oder Schwellung der Umgebung sowie Fieber oder starkem Krankheitsgefühl solle umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden. Die Mayo Clinic empfiehlt zudem, das Rasieren, Zupfen oder Wachsen so lange zu unterbrechen, bis Rötung, Schmerzen und andere Beschwerden vollständig abgeklungen sind – andernfalls könnten zusätzliche Hautverletzungen und bakterielle Infektionen begünstigt werden.
Collins appelliert an alle, frühe Warnsignale wie Rötungen oder Schwellungen niemals auf die leichte Schulter zu nehmen – und im Zweifel sofort medizinischen Rat einzuholen.