Start News Panorama Banjalučki ćevapi: Erfinder soll ein Italiener sein
GESCHICHTE

Banjalučki ćevapi: Erfinder soll ein Italiener sein

(FOTOS: zVg.)

Das italienische Medium „Tretini nel mondo“ veröffentlichte einen Artikel, in welchem behauptet wird, dass die berühmten „Banjalučki ćevapi“ von einem Italiener stammen.

„Während es in anderen Städten in Bosnien und Herzegowina ein berühmtes Brötchen gibt, das für dieses mit einzelnen Ćevapi ‘in Stücken’ gefüllte Gericht unverzichtbar ist, wird das Brot in Banja Luka mit Tellern aus vier Ćevapi aneinander serviert. Diese Kebabs sind zu einer echten lokalen Marke geworden“, schreibt die Zeitung. Diese Spezialität soll jedoch gar nicht aus den Händen eines Bosniers stammen. Das italienische Medium behauptet, dass Giovanni Clazzer der Erfinder der berühmten „Banjalučki ćevapi“ sei.

Fleischhauer aus Tiroler Kolonie
„Dokumente beweisen, dass Giovanni einen der besten Lehrer hatte – einen berühmten Gastronomen dieser Zeit namens Jovo Dimitrijević. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs arbeitete Giovanni als Jovos Assistent.“ Danach soll Clazzer ein eigenes Geschäft eröffnet haben, in welchem er Ćevapi und Fischspezialitäten verkaufte. Wenig später erschien ein Beamte in seinem Geschäft und beförderte ihn zum Direktor der Fleischerei des angesehen Hotels Bosna.

„Von diesem Tag an wird Giovanni Clazzer eine sehr wichtige Person der Stadt. Während seines Dienstes in der Metzgerei und Küche des Hotels Bosna bis 1970 hatte Giovanni nicht nur eine große Verantwortung bei der Lieferung Qualitätsprodukte in der Hotelküche und in drei anderen Restaurants, die Teil der Kette waren, sondern auch viele Möglichkeiten zu experimentieren. Es lag in seiner Natur, immer nach Verbesserungen zu suchen, um dem, was er produzierte, ein wenig Originalität zu verleihen, auch wenn es nicht nötig war.“

Rezept modifiziert
„Der erste Schritt, den er unternahm, um die Verarbeitung des für die Herstellung von Ćevapi benötigten Hackfleischs zu verbessern, sei eine Modifikation eines alten österreichischen Fleischwolfs gewesen. Dank eines speziellen Trichters wurden vier identische Streifen Hackfleisch von etwa einem Meter Länge, die nach seinem Rezept zubereitet. Diese Streifen von Hackfleisch werden geschnitten, um einzelne Ćevapi zu bilden, die ungefähr 20 cm lang sind.

Eines Tages beschloss Clazzerni, die Hackfleischstreifen aneinander haften zu lassen und sie zu schneiden, um eine Art Quadrat aus vier Ćevapi zu erhalten! Es war ein einfacher Trick, der sie optisch und geschmacklich anders machte, weil sie viel saftiger wurden. Eine kleine Revolution hat stattgefunden”, so „Trentini nel mondo“.

Es ist kein Zufall, dass Giovannis Rezept und die Entscheidung, ein traditionelles Gericht in einem neuen Gewand anzubieten, viele andere Gastronomen feierten feiern. Mit der Zeit übernahmen viele Fleischer das Rezept des Italieners.

Banja Luka erzählt die Geschichte anders
Wie zahlreiche historische Dokumente belegen war Banja Luka 1923 als Transitpunkt bekannt, durch den Handelswege in den Westen führten. Im selben Jahr brachte die Familie Đuzel aus der Nähe von Glamoč eine lange Tradition in der Ćevapi-Herstellung von Kebabs in die Stadt. Redžep Đuzel ein Restaurant in Banja Luka, das er 1966 seinen Söhnen Redžep und Mujo überließ.

Mujos Idee war sehr einfach: „Er hat festgestellt, dass Ćevapi, die aneinanderhaften, viel saftiger sind. Daher hat er begonnen, sie nur in dieser Form herzustellen. Außerdem stellen wir Ćevapi bis heute ausschließlich aus frischem und hausgemachtem Rindfleisch her. Wir tauchen sie auch in eine Art Suppe. Das ist ein traditionelles Familienrezept und unser Geheimnis“, erzählte Mujos Enkel Amir gegenüber „Dnevni Avaz“.

Die Italiener wiederum behaupten, dass der berühmte Mujo Đuzel Giovannis Lehrling war und dass er ihm das Rezept für den berühmten Banja Luka Kebab quasi gestohlen hat!

Vorheriger ArtikelSo besiegte Jugoslawien eine Epidemie in nur 2 Monaten (FOTOS)
Nächster ArtikelVermeintlich milder Verlauf: Viele Corona-Patienten sterben an Blutvergiftung
Fragen oder Anregungen? Wir freuen uns auf Ihr Mail an redaktion[at]kosmo.at!