Vatikan, Bosnien, Weltpolitik: Kroatiens Parlamentspräsident nutzte seine Rom-Reise für Gespräche mit höchster diplomatischer Tragweite.
Kroatiens Parlamentspräsident Gordan Jandrokovic hat bei getrennten Audienzen im Vatikan sowohl Papst Franziskus als auch Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin auf die Lage in Bosnien-Herzegowina und die Stellung des kroatischen Volkes in diesem Land angesprochen. Im Anschluss an die Treffen erklärte Jandrokovic, er habe dem Heiligen Vater die Situation ausdrücklich in Erinnerung gerufen und sich dafür bedankt, dass der Heilige Stuhl die Gleichberechtigung der konstitutiven Völker in Bosnien-Herzegowina als unverzichtbare Grundlage des Staates betrachte.
Im Gespräch mit dem Papst habe er darüber hinaus die zunehmende Instabilität in der Welt sowie den Wandel in den internationalen Beziehungen thematisiert. Die Haltung des Heiligen Stuhls fasste Jandrokovic so zusammen: Frieden, Dialog, gegenseitiger Respekt und Toleranz müssten das Fundament der internationalen Ordnung bilden – Grundsätze, denen sich auch Kroatien verpflichtet fühle.
Gespräch mit Parolin
Das rund einstündige Gespräch mit Kardinalstaatssekretär Parolin habe sich vor allem auf internationale Beziehungen konzentriert. Parolin habe dabei besonderes Interesse an der Entwicklung in Kroatiens Nachbarschaft sowie an der weiteren europäischen Integration dieses Teils des Kontinents gezeigt.
Auch in dieser Unterredung habe Jandrokovic die Situation in Bosnien-Herzegowina und die Lage des kroatischen Volkes an den Anfang gestellt. Darüber hinaus seien weitere Nachbarländer zur Sprache gekommen, verbunden mit dem gemeinsamen Wunsch nach dauerhafter Stabilität in der gesamten Region.