Rekordeinlagen bei der Raiffeisenbank treffen auf erschreckende Wissenslücken: Eine neue Studie enthüllt, wie wenig Oberösterreicher über Inflation und Altersvorsorge wissen.
Die Kluft zwischen Finanzgefühl und Finanzwissen ist größer als gedacht. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich zum Weltspartag, für die 1.000 Oberösterreicher befragt wurden. Während viele über steigende Preise klagen, fehlt vielen das grundlegende Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge.
Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich blickt dennoch positiv auf die Entwicklung des Sparverhaltens. Mit über 20,8 Milliarden Euro haben die Kundeneinlagen ein Rekordniveau erreicht. Dabei hat sich ein deutlicher Wandel vollzogen: Das digitale Sparen hat das traditionelle Sparbuch mittlerweile deutlich hinter sich gelassen.
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Finanzwissen mangelhaft
Die von Spectra (Marktforschungsinstitut) durchgeführte Weltspartagsstudie offenbart erhebliche Wissenslücken: Nur 16 Prozent der Oberösterreicher schätzen ihr Verständnis zum Thema Inflation als „sehr gut“ ein. Noch geringer fällt die Selbständigeinschätzung bei der Altersvorsorge (13 Prozent) und bei Wertpapieren (sieben Prozent) aus.
Die finanziellen Spielräume der Befragten sind begrenzt. Die Hälfte kann maximal zehn Prozent ihres Einkommens sparen, während ein Viertel überhaupt keine Rücklagen bilden kann. Die Sparmotive bleiben klassisch: finanzielle Absicherung für Notfälle, Altersvorsorge und Wohneigentum.
Bildungsbedarf erkannt
Der Wunsch nach besserer Finanzbildung ist dagegen ausgeprägt: Neun von zehn Befragten befürworten die Einführung eines eigenen Schulfachs für Finanzwissen. Generaldirektor Reinhard Schwendtbauer von der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich unterstreicht: „Das ist besonders in volatilen Zeiten nachvollziehbar und auch wichtig.“
Bemerkenswert ist die Beständigkeit im Sparverhalten trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen. Laut Studie haben 55 Prozent der Befragten ihr Sparverhalten in den vergangenen sechs Monaten nicht verändert.
Ein Viertel legt weniger zurück, während 19 Prozent ihre Sparquote sogar erhöht haben.