Start NEWS PANORAMA Jugoslawienkrieg: 11.000 Menschen heute immer noch vermisst
TAG DER VERSCHWUNDENEN

Jugoslawienkrieg: 11.000 Menschen heute immer noch vermisst

(FOTO: zVg.)

Der 30. August ist der Internationale Tag der Verschwundenen – Heute, ein Vierteljahrhundert nach dem Zerfall Jugoslawiens, werden immer noch 11.000 Menschen vermisst.

24 Jahre nach Kriegsende gelten 7.206 Menschen in Bosnien-Herzegowina immer noch als vermisst. Wie das bosnisch-herzegowinische Institut für die Suche von Vermissten vor wenigen Tagen bekanntgab, galten nach dem Krieg insgesamt 30.000 Personen als vermisst. Bisher wurden rund 76 Prozent der als vermisst gemeldeten Personen gefunden. Seither wurden die sterblichen Überreste von 25.500 Personen exhumiert.

Bosnien-Herzegowina ist trauriger Rekordhalter, wenn es um die Anzahl an vermissten Personen aus den ehemaligen jugoslawischen Republiken geht. In Kroatien sucht man derzeit noch nach 1.892 vermissten Personen, während sich diese Anzahl am Kosovo auf 1.700 beläuft. Deutlich weniger Menschen werden in Nordmazedonien (200), Serbien (100) und Montenegro (80) vermisst.

Suche immer schwieriger
Die Internationale Kommission für vermisste Personen erklärte, dass rund 70 Prozent der nach dem Jugoslawienkrieg Verschwundenen identifiziert wurden. Dies sei ein viel höherer Prozentsatz als in anderen ehemaligen Konfliktregionen der Welt.

Gleichzeitig kritisieren viele lokale Organisationen, dass die Suche nach den verbleibenden 11.000 Vermissten immer schwieriger wird. Fortdauernde Spannungen zwischen den Nachfolgestaaten und der damit verbundene Einbehalt von Dokumenten über Vermisste belasten die Situation zusätzlich.

Auch die Tatsache, dass bereits ein Vierteljahrhundert seit Kriegsende vergangen ist, erschwert den Ermittlern die Suche nach möglichen Massengräbern. Viele Augenzeugen sind bereits verstorben und glaubwürdige Informationen werden immer rarer.

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