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Feuerwerk

Knallverbot: Dieses Land verbannt private Silvester-Böller wegen zunehmender Gewalt

Knallverbot: Dieses Land verbannt private Silvester-Böller wegen zunehmender Gewalt
Symbolfoto. FOTO: iStock/Mickis-Fotowelt
3 Min. Lesezeit |

Nach Jahren der Debatte fällt in den Niederlanden eine historische Entscheidung: Das private Silvesterfeuerwerk wird verboten. Die Sicherheit von Einsatzkräfte gab den Ausschlag.

Ab dem Jahreswechsel 2026/27 wird in den Niederlanden ein umfassendes Verbot für das private Abbrennen von Feuerwerkskörpern in Kraft treten. Die Erste Kammer des niederländischen Parlaments (vergleichbar mit dem österreichischen Bundesrat) hat am Dienstag mit deutlicher Mehrheit für diese Gesetzesänderung votiert, nachdem zuvor bereits die Zweite Kammer – das niederländische Pendant zum österreichischen Nationalrat – ihre Zustimmung erteilt hatte. Der kommende Jahreswechsel markiert somit die letzte Gelegenheit für niederländische Bürger, legal Silvesterfeuerwerk zu zünden.

Hintergrund dieser Entscheidung ist die zunehmende Problematik gewalttätiger Ausschreitungen während der Silvesterfeiern in den vergangenen Jahren. Besonders besorgniserregend war dabei die wiederkehrende Attackierung von Polizei- und Feuerwehrkräften mit pyrotechnischen Gegenständen. Darüber hinaus verzeichneten die Behörden regelmäßig schwerwiegende Verletzungen und vereinzelt sogar Todesfälle im Zusammenhang mit dem Gebrauch von Feuerwerkskörpern.

Die verhältnismäßig lange Übergangsfrist bis zur Implementierung des Verbots erklärt die Regierung mit administrativen Notwendigkeiten. Verwaltungstechnische Vorgaben machten eine frühere Umsetzung, etwa bereits zum kommenden Jahreswechsel, nicht realisierbar. Zudem berücksichtigt die Regierung damit die wirtschaftlichen Interessen der Feuerwerksbranche, die Zeit für die Umstellung benötigt. Kritiker warnen allerdings vor einer möglichen Eskalation in der letzten legalen Silvesternacht 2025/26, da das bevorstehende Verbot zu besonders ausgelassenen Feiern führen könnte.

Politischer Durchbruch

Die kontroverse Diskussion um ein Pyrotechnikverbot begleitet die niederländische Politik bereits seit Jahren. Insbesondere Vertreter der Polizei, Tierschutzorganisationen und medizinische Fachkreise plädierten wiederholt für entsprechende Einschränkungen. Eine parlamentarische Mehrheit konnte jedoch lange nicht erreicht werden.

Der Durchbruch gelang erst in den zurückliegenden Wochen, als die rechtsliberale Regierungspartei VVD (Volkspartei für Freiheit und Demokratie) ihren bisherigen Widerstand aufgab und dem Gesetzesvorschlag der rot-grünen Fraktion zustimmte. Auch die Tierschutzpartei unterstützte die Initiative.

Zentrale Alternativen

Trotz des künftigen Verbots für Privatpersonen wird der Himmel über den Niederlanden zu Silvester nicht dunkel bleiben. Kommunen erhalten die Möglichkeit, zentrale Feuerwerkshows zu organisieren.

Auch für private Veranstalter sollen unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmegenehmigungen erhältlich sein – allerdings nur nach vorheriger behördlicher Bewilligung.

Blick nach Deutschland

Während die Niederlande nun den Schritt zu einem umfassenden Verbot gehen, gibt es auch in Deutschland seit Jahren ähnliche Forderungen. Gewerkschaften und Sicherheitsbehörden plädieren für strengere Regeln, konnten bisher jedoch keine parlamentarische Mehrheit für ein landesweites Verbot erzielen. Die niederländische Regierung hofft durch das Verbot auch, den illegalen Import von Feuerwerkskörpern aus Nachbarländern einzudämmen – ein Problem, das in mehreren europäischen Ländern bekannt ist.