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Spannungen

Kosovo: Geldtransporter der serbischen Zentralbank an Grenze abgewiesen

(FOTO: iStock/Nikola Pesic/EPA-EFE/PETER KLAUNZER)
(FOTO: iStock/Nikola Pesic/EPA-EFE/PETER KLAUNZER)

Kosovos Entscheidung, den Gebrauch des serbischen Dinars zu verbieten, führt zu einem Grenzkonflikt mit Belgrad. Die Folgen für die serbische Minderheit sind spürbar, während sich die politische Spannung zwischen den beiden Nationen weiter verschärft.

Pristina drängt Belgrads Einfluss zurück und verbietet seit Februar den Gebrauch des serbischen Dinars. Ein Geldtransporter der serbischen Zentralbank musste am Grenzübergang Jarinje umkehren, da der kosovarische Zoll die Einfuhr verweigerte. Kosovo setzt damit eine neue Regelung um, die weitreichende Konsequenzen für die serbische Minderheit hat. Die aktuelle Landeswährung Euro ist nun das einzige legale Zahlungsmittel, was besonders im serbischen Siedlungsgebiet problematisch ist.

Weitertransport nicht möglich

Die Regierung in Belgrad kann keine serbischen Dinar mehr nach Kosovo schicken. Ein Geldtransporter der serbischen Zentralbank, der am Grenzübergang Jarinje seine Fracht für den Weitertransport einem Partnerunternehmen hätte übergeben sollen, musste am Mittwoch unverrichteter Dinge umkehren. Der kosovarische Zoll gestattete die Einfuhr nicht. Damit setzte Kosovo erstmals eine neue Regelung um, die für die serbische Minderheit im jüngsten Staat Europas weitreichende Konsequenzen hat.

Währung der Minderheit

Insbesondere im kompakten serbischen Siedlungsgebiet im Norden Kosovos ist bisher auch der Dinar weit verbreitet. Preise sind in der serbischen Landeswährung angeschrieben, Bankomaten geben serbische Geldscheine aus. Viele Angehörige der auf etwa 100 000 Personen geschätzten Minderheit bestreiten zumindest einen Teil ihres Lebensunterhalts mit Gehältern, Renten oder Unterstützungsleistungen aus Belgrad. Der serbische Staat hat die Unabhängigkeit seiner ehemaligen Provinz nie anerkannt und unterhält Parallelstrukturen für die Region.

Das Verbot des Dinar ist nicht der einzige Schritt der Regierung in Pristina, um auf dem gesamten Staatsgebiet alle hoheitlichen Kompetenzen auszuüben. Zu Beginn dieser Woche versiegelten kosovarische Sicherheitskräfte in drei serbisch besiedelten Ortschaften die Räumlichkeiten der parallelen serbischen Gemeindeverwaltung. Bereits Ende Januar waren vier solche Büros geschlossen worden.