116 Gemeinden, ein Netz, null Kosten: Bosnien und Herzegowina geht einen entscheidenden Schritt in Richtung digitale Zukunft.
In Banja Luka ist am Sonntag offiziell der Startschuss für den Aufbau kostenloser öffentlicher WLAN-Netze in ganz Bosnien und Herzegowina gefallen. Im „Haus Milanovic“ wurde die Initiative WiFi4WB – kurz für Wi-Fi für den Westbalkan – feierlich lanciert. Sie ist eingebettet in das Projekt EU4Digital, das von der Europäischen Union und Deutschland finanziert und von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) umgesetzt wird.
Ziel ist es, in rund 500 Gemeinden und Städten der gesamten Westbalkan-Region kostenloses öffentliches Internet bereitzustellen – nach dem Vorbild des EU-Programms WiFi4EU, das bereits in mehr als 7.000 Gemeinden europaweit freien Internetzugang ermöglicht hat. Für Bosnien und Herzegowina bedeutet das konkret: 116 Gemeinden und Städte sollen schrittweise mit kostenlosen, schnellen und zuverlässigen WLAN-Zugangspunkten an öffentlichen Orten ausgestattet werden – auf Plätzen und in Parks ebenso wie in Bibliotheken, Schulen und Kultureinrichtungen.
Prominente Eröffnung
Den ersten Zugangspunkt offiziell in Betrieb genommen haben Kommunikations- und Verkehrsminister Edin Forto, Banja Lukas Bürgermeister Drasko Stanivukovic, EU-Botschafter in Bosnien und Herzegowina Luigi Soreca, der stellvertretende deutsche Botschafter Bernhard Abels sowie Rastko Pavlovic, technischer Geschäftsführer des Telekommunikationsunternehmens M:tel.
EU-Botschafter Soreca unterstrich bei der Veranstaltung die Bedeutung digitaler Konnektivität als gesellschaftliche Grundvoraussetzung: „Tausende Gemeinden in der gesamten Europäischen Union nutzen bereits die Vorteile von kostenlosem öffentlichem WLAN mit Unterstützung der EU – und heute schließen sich ihnen lokale Gemeinschaften in ganz Bosnien und Herzegowina an. Kostenloses öffentliches WLAN ist kein Luxus, sondern grundlegende Infrastruktur.“
Sämtliche Kosten für Installation und Betrieb der WLAN-Infrastruktur werden vollständig von der Europäischen Union und Deutschland getragen. Der stellvertretende deutsche Botschafter Abels hob dabei den Aspekt der Chancengleichheit hervor: „Der Zugang zu verlässlichem Internet ist im modernen Leben schlicht unverzichtbar. Dieses Projekt zielt darauf ab, kostenloses öffentliches WLAN in 500 Gemeinden und Städten der gesamten Region zu ermöglichen, davon 116 allein in Bosnien und Herzegowina.“
Minister Forto begrüßte die Initiative als wesentlichen Impuls für die digitale Entwicklung des Landes: „Die Ausweitung des kostenlosen öffentlichen WLANs in den Gemeinden verbessert die digitale Konnektivität, treibt die Digitalisierung öffentlicher Dienste voran, verringert die digitale Kluft und bringt den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeiten der digitalen Wirtschaft näher.“
Memorandum unterzeichnet
Im Rahmen der Veranstaltung wurde zudem ein Memorandum of Understanding zwischen der Stadt Banja Luka und der GIZ unterzeichnet, das die lokale Projektumsetzung offiziell besiegelt. Symbolisch abgeschlossen wurde die Zeremonie mit der ersten Verbindung ins WiFi4WB-Netzwerk.
Bürgermeister Stanivukovic zeigte sich dabei sichtlich stolz: „Der Start der WiFi4WB-Initiative ist ein wichtiger Schritt hin zu einem modernen, vernetzten und zugänglichen Banja Luka. Wir sind stolz, dass Banja Luka Teil eines Projekts ist, das 116 Gemeinden im ganzen Land umfassen wird, und dass wir gemeinsam mit unseren europäischen und internationalen Partnern die Grundlage für Entwicklung, Bildung und Wirtschaft legen.“
Mit der Umsetzung und Wartung der WLAN-Infrastruktur wurde der Telekommunikationsanbieter M:tel beauftragt, der sich in einem öffentlichen Ausschreibungsverfahren durchgesetzt hat. In den kommenden Wochen sollen Bürgerinnen und Bürger in ganz Bosnien und Herzegowina an öffentlichen Plätzen ihrer Städte und Gemeinden kostenfrei ins Netz gehen können.