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INTERVIEW

Barbara Novak – Wien und Sarajevo stärken ihre Brücken

Barbara Novak – Wien und Sarajevo stärken ihre Brücken
Fotos: WH International / Jasmin Agovic
7 Min. Lesezeit |


INTERVIEW: KOSMO begleitete die Wiener Delegation rund um Vizebürgermeisterin Barbara Novak auf ihrer Reise nach Sarajevo und erhielt dabei persönliche Einblicke in eine Begegnung, die weit über offizielle Termine hinausging. Im Gespräch mit KOSMO spricht Novak über ihre neue Funktion, Wiens Zukunft als Wirtschafts- und Innovationsstandort, Digitalisierung, Life Sciences, Quantentechnologie sowie die Frage, wie sozialer Zusammenhalt auch in herausfordernden Zeiten gesichert werden kann.

KOSMO: Sie sind seit Ende März Vizebürgermeisterin von Wien – welche Schwerpunkte möchten Sie in Ihrer neuen Funktion besonders setzen? 
Barbara Novak: In Wien werden derzeit mehrere größere Technologie- und Innovationsprojekte parallel vorangetrieben. Life Sciences, BioTech und HealthTech, Digitalisierung und die Kombination mit Quantentechnologien sind keine Spartenthemen, sondern wesentliche Zukunftstreiber für den Wiener Wirtschaftsstandort. Als Vizebürgermeisterin möchte ich Wiens Stärken konsequent ausbauen und Zukunftsfelder gezielt stärken. Wenn wir es schaffen, bei diesen Entwicklungen früh dabei zu sein, sichern wir nachhaltiges Wachstum und hohe Lebensqualität.

Wien investiert aktuell stark in Zukunftsbereiche wie Quantentechnologie und Life Sciences – welche Chancen ergeben sich daraus konkret für den Wirtschaftsstandort Wien?
Barbara Novak: Diese Investitionen schaffen Zukunftsräume, in denen Spitzenforschung, Unternehmen und Start-ups zusammenkommen, mit direkter Wirkung auf Innovation, Wertschöpfung und hochwertige Arbeitsplätze. Im Bereich Life Sciences wird Wien als Leitstandort weiter verankert, mit dem klaren Ziel, Innovationen wie Biotech, Medizintechnik und Digital Health schneller in Anwendung zu bringen.


Ein Blick über Sarajevo – eine Stadt, die mit Wien seit Jahrzehnten eng verbunden ist.
Fotos: WH International / Jasmin Agovic

Bei der Quantentechnologie erwarten wir einen Technologiesprung. Dafür müssen wir aber auch Infrastruktur wie Rechenzentrums- und Datenleitungsinfrastruktur weiterentwickeln. Und wichtig ist mir, dass Wien technologischen Fortschritt mit sozialer Verantwortung verbindet. Das ist mein Ansatz des „Digitalen Humanismus“

Ein zentrales Ziel Ihrer Politik ist der soziale Zusammenhalt – wie kann Wien diesen auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten langfristig sichern? 
Barbara Novak: Langfristig sichern wir sozialen Zusammenhalt, indem wir den „Wiener Weg“ konsequent weitergehen. Wir setzen auf sozial ausgewogene und wirtschaftlich starke Arbeitsmarkt- und Standortpolitik und wollen die soziale Sicherheit, sprich unsere öffentliche Daseinsvorsorge absichern.

Das heißt in Zukunftsbereiche zu investieren (z. B. Forschung, Digitalisierung) und gleichzeitig Maßnahmen, die im Alltag wirken, wie sozialer Wohnbau, Öffi-Ausbau und starke Grätzl, setzen. Dazu kommen Programme für Qualifizierung, Frauenbeschäftigung, Joboffensive 50plus und Gründer*innen-Förderungen, weil Beschäftigung und Chancen der beste Kitt für Zusammenhalt sind.

Digitalisierung und Innovation sind zentrale Themen Ihrer Agenda – wo sehen Sie aktuell den größten Handlungsbedarf in Wien? 
Barbara Novak: Der größte Handlungsbedarf liegt dort, wo Digitalisierung Reibungsverluste reduziert. Beispielsweise bei stark frequentierten Verwaltungsprozessen wie Anträgen, Genehmigungen und Behördenwegen, damit Verfahren schneller werden und Betriebe mehr Planungssicherheit haben. Zusätzlich braucht es gerade im Zusammenhang mit Zukunftstechnologien weitere Schritte bei Rechenzentrums- und Datenleitungsinfrastruktur. 

In der Zusammenarbeit mit unseren Partnerstädten sind für mich auch immer wieder Cybersicherheit in der Verwaltung, der Umgang mit Sicherheitsvorfällen und Schulungen als relevante Felder sichtbar geworden.

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KO KOSMO-Redaktion
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