Junge Touristinnen erlebten einen Schock, als ihnen ein Taxifahrer 643 Euro in Rechnung stellte und filmten die anschließende Auseinandersetzung. Nachdem der Vorfall mediale Aufmerksamkeit erregte, schilderte der Fahrer gegenüber dem Dalmatinski portal (kroatisches Nachrichtenportal) seine Version der Geschichte.
„Der eigentliche Fahrpreis betrug 280 Euro. Die zusätzlichen 350 Euro habe ich für die Fahrzeugreinigung berechnet, die laut meiner im Wagen ausgehängten Preisliste anfällt“, erklärte der Taxifahrer. „Die jungen Frauen hatten Schweppes verschüttet, eine hinterließ sogar eine Pfütze auf dem Rücksitz, weshalb eine Tiefenreinigung notwendig wurde.“
Er habe zunächst überlegt, die Polizei zu rufen, wollte jedoch keine Szene im Hotel verursachen. „Eine der Touristinnen kontaktierte ihren Vater, mit dem ich mich schließlich auf 150 Euro Barzahlung für die Fahrt einigte. Am Ende zahlte ich selbst 70 Euro für die Reinigung und habe die Fahrt praktisch für diesen Betrag durchgeführt“, so der Fahrer.
Preisgestaltung erklärt
Der Taxifahrer gab zudem an, dass er laut seiner Preisliste tatsächlich 20 Euro pro Kilometer berechnet, allerdings nur für Strecken über 30 Kilometer. Die jungen Frauen hätten vor Fahrtantritt nicht nach dem Preis gefragt, sondern seien einfach eingestiegen, berichtet das Dalmatinski portal.
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Problem ohne gesetzliche Lösung
Der aktuelle Fall reiht sich in eine Serie ähnlicher Vorfälle ein: In Kroatien existieren keine gesetzlich festgelegten Höchstpreise für Taxifahrten, weshalb Fahrer ihre Tarife weitgehend frei bestimmen können. Dies führt regelmäßig zu überhöhten Forderungen gegenüber Touristen, wie mehrere aktuelle Fälle in Zagreb und Split zeigen, bei denen für kurze Strecken Beträge von mehreren hundert bis über tausend Euro verlangt wurden.
Erst kürzlich wurden zwei italienischen Touristinnen in Split für eine 25 Kilometer lange Taxifahrt 550 Euro berechnet, was von lokalen Medien als Betrugsfall bezeichnet wurde. Ermittlungen gegen Taxifahrer erfolgen in solchen Fällen meist nur wegen Steuerhinterziehung oder fehlender Rechnung, nicht jedoch wegen des Preises selbst, da die Preisgestaltung gesetzlich nicht geregelt ist.
Belgrader System
In Belgrad funktioniert das Taxisystem vom Flughafen „Nikola Tesla“ anders: Dort zahlen Fahrgäste einen Festpreis, der sich nach der Stadtzone richtet. Die serbische Hauptstadt ist in sechs Zonen eingeteilt – von Zone 1 mit Novi Beograd, Zemun und Surcin bis Zone 6 mit Barajevo, Obrenovac, Lazarevac, Mladenovac und Sopot – mit entsprechend gestaffelten Festpreisen.